Vandalen verwüsten ökologische Kleingartenanlage

Eine aufgebrochene Tür einer Gartenlaube in der Kleingartenanlage „Kraut und Rüben“ auf Hordeler/Günnigfelder Grenzgebiet.
Eine aufgebrochene Tür einer Gartenlaube in der Kleingartenanlage „Kraut und Rüben“ auf Hordeler/Günnigfelder Grenzgebiet.
Foto: Michele Mondin
Was wir bereits wissen
Mehrere Kriminaltaten in Kleingartenidylle „Kraut und Rüben“ auf Hordeler/Günnigfelder Grenzgebiet. 14 Lauben schwer beschädigt. Polizei ermittelt und bittet um Hinweise.

Eingetretene Türen, zersplitterte Fenster, versuchte Brandstiftung: Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch die ökologische Dauerkleingartenanlage „Kraut und Rüben“ auf dem Grenzgebiet zwischen Hordel und Günnigfeld. Besonders unverständlich: Allem Anschein nach handelt es sich um reinen Vandalismus; denn gestohlen wurde fast nichts.

Versuchte Brandstiftung

Stallobmann Mario Fliedner fasst die Zerstörungswut zusammen: „Die Türen von 14 Lauben wurden aufgeschlagen oder eingetreten. Die Täter müssen irgendwo einen Vorschlaghammer entwendet und damit dann Kleinholz gemacht haben.“ Sogar einen alten Heizstrahler hätten die Vandalen in einer Hütte umgedreht und „darin versucht, Holzkohle anzuzünden. Mit Spraydosen probierten sie auch, eine Holzbank zu verbrennen.“

Zurückgelassen wurden zudem mehrere Schmierereien mit den Buchstaben „MIB“, so Fliedner. Auffällig: Es handelte sich um mehrere Taten. Polizeipressesprecher Guido Meng teilte mit, dass in der Zeit vom 6. bis 12. Februar „bereits zwölf Einbrüche samt Verwüstungen angezeigt wurden“. Zur Beute gebe es fast keine Angaben, lediglich Werkzeug wurde nach bisherigen Erkenntnissen entwendet. Als Haupttatzeit scheint sich der 8./9. Februar herauszukristallisieren.

Fliedner: „Am Karnevalswochenende gab es schon kleinere Zwischenfälle. Nach Rosenmontag sind unseren Mietern die meisten Schäden aufgefallen.“ Sicher ist, dass die Randalierer danach ein weiteres Mal zurückkehrten: „Ein Laubenbesitzer ist kurz losgefahren, um Bretter zum Vernageln zu besorgen. Als er zurückkam, waren auch seine Scheiben eingeschlagen“, ist Fliedner fassungslos. So wie die Anlage zugerichtet wurde, sei klar, dass es nur um Zerstörung ging: „Hier hat keiner versucht, leise etwas zu stehlen. Es muss ein Heidenlärm gewesen sein.“

Mutmaßungen zu den Tätern möchten die Kleingärtner nicht in die Welt setzen: „Wir hatten vor ein paar Jahren schon einmal Probleme. Ich habe mit Hundebesitzern gesprochen, die regelmäßig unser öffentliches Gelände besuchen. Keinem ist etwas aufgefallen, aber alle halten nun die Augen auf.“

Fliedner selbst dreht abends Kontrollrunden mit seinen Vierbeinern. Zudem werden Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt, um zu mobilisieren und mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. „Es ist einfach unverständlich. Wir haben nur gute Beziehungen, viele Nichtpächter schätzen und nutzen unsere Anlage, z.B. die in der Nähe untergebrachten Flüchtlinge mit ihren Kindern.“

Auf einem Teil der Schäden bleiben die Gärtner zum Überfluss sitzen: „Die Versicherung deckt nicht alles ab. Das vermiest einem natürlich den Spaß, wenn man sieht, wie schnell unsere Mühen zunichte gemacht werden.“ Kleiner Lichtblick: Den Tieren von ,Kraut und Rüben’ ist nichts passiert.