U17-Kapitän Jonas Borin will mit der SG 09 in die Bundesliga aufsteigen

Wattenscheid..  Nervös ist Jonas Borin schon. „Jeder, der nicht aufgeregt ist, wäre auch fehl am Platz“, betont der Kapitän der U17. Am morgigen Sonntag spielt die Jugendmannschaft der SG Wattenscheid 09 um den Aufstieg in die Bundesliga (11 Uhr, Espenloh), Borin und sein Team müssen gegen die Sportfreunde Siegen gewinnen, um am direkten Konkurrenten vorbeiziehen zu können. „Ich spreche daher eher von positiver Nervosität: im Sinne von Vorfreude“, macht der 16-Jährige deutlich.

Denn diese Partie, die mit einem Sieg den Weg zum Aufstieg ebnen könnte, ist der bisherige Höhepunkt im Leben des noch jungen Fußballers. 2002 begann seine Laufbahn bei Schwarz-Weiß Eppendorf, seit acht Jahren ist er 09er. „Damals hätte ich auch zum VfL wechseln können. Aber ich war schon immer SGW-Fan.“ Im neuen Dress verlief die erste Saison dann auch richtig gut. Mit der C-Jugend aufgestiegen, verließen viele Mitspieler jedoch den Club, gingen zu Schalke oder zum BVB in die Nachwuchs-Leistungszentren. Jonas Borin blieb, musste aber im vergangenen Jahr mit einem Abstieg fertig werden. Umso erfreulicher, dass sich die Mannschaft so entwickelt hat. „Es kamen nun einige neue Spieler hinzu, auch ein neues Trainerteam. Es macht Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen“, sagt der „Sechser“, der im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt.

Spaß einerseits, viel Training andererseits führte zum Erfolg in dieser Saison. Die Jungs stehen sechs Mal pro Woche auf dem Platz, nur dienstags ist Pause. „Glücklicherweise bin ich recht gut in der Schule, muss nur vor Klausuren lernen. Dann gibt’s auch schon mal trainingsfrei“, berichtet der Theodor-Körner-Schüler, der im kommenden Jahr sein Abitur machen will. Für Hobbys neben dem Fußball bleibt da wenig Zeit, auch am Wochenende, wenn die Schulfreunde Party machen, bleibt Borin trocken. „Ich kann ja nicht mit Kopfschmerzen spielen.“

Am morgigen Sonntag könnte die Belohnung für die Zeit der Entbehrungen eingeläutet werden, ein Spiel – gegen den Tabellenletzten – steht dann „nur“ noch aus. Während die U17-Bundesliga also in Reichweite scheint, bleibt der Profi-Fußball für Borin wohl nur ein Traum. „Dafür müsste ich schon jetzt in einem Leistungszentrum sein.“

Er will daher lieber Politikwissenschaften studieren, vielleicht einmal an der Lohrheide Regionalliga spielen. „Die SG 09 ist halt mein Verein. Deswegen schaue ich auch nicht nur auf uns, sondern wünsche der U16 und der ,Ersten’ bei ihren entscheidenden Spielen genauso viel Erfolg.“