Türkischer Autor zeigt Kontraste auf

Der Autor Atilla Keskin (li.) signiert hier ein Buch, worum ihn ein Besucher der Lesung gebeten hatte.
Der Autor Atilla Keskin (li.) signiert hier ein Buch, worum ihn ein Besucher der Lesung gebeten hatte.
Foto: Awo
Was wir bereits wissen
Atilla Keskin las aus seinen Werken in Awo-Räumen. Danach politische Diskussion mit Publikum

Zu einer Lesung mit Atilla Keskin lud das „CentrumCultur“ jetzt in seine Räume am August-Bebel-Platz ein. Der türkische Autor widmete sich vornehmlich dem Thema Presse- und Meinungsfreiheit, welches er durch eigene Erfahrungen erfahrbar machte.

Als politisch engagierter Student, u.a. ab 1969 Vorsitzender des Vereins Sozialistischer Denker seiner Universität, wurde er nach dem Militärputsch in der Türkei am 12. März 1971 inhaftiert und aufgrund seiner politischen Aktivität zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde später in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt und schließlich im Zuge der 1974er Amnestie aufgehoben. Vor dem erneuten Putsch im Jahre 1980 setzte sich Keskin ins Ausland ab. Er publizierte seitdem in vielen politischen Zeitungen und Zeitschriften. Ebenso schrieb er mehrere Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Mit den rund 50 Besuchern der Lesung entstand ein reger Austausch, angeregt auch durch aktuelle Ereignisse um Charlie Hebdo. Keskin stellte die damaligen Verhältnisse in der Türkei in Kontrast mit der heute in Deutschland herrschenden Meinungs- und Pressefreiheit und äußerte sich zu den aktuellen politischen Entwicklungen in seinem Heimatland. In der Türkei werden diese Grundrechte seit einiger Zeit durch den Staat wieder eingeschränkt.