Treffpunkt gehen Spenden ins Netz

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Wattenscheid.. Man erinnere sich: 1981 wettet Schauspieler Karlheinz Böhm vor einem Millionenpublikum, dass nicht mal ein Drittel der Fernsehzuschauer bereit sei, auch nur jeweils eine Mark für hungernde Menschen in Afrika zu spenden. Er sollte Recht behalten: Das eigentliche Ziel wurde nicht erreicht, doch kamen bei diesem Auftritt in der Sendung „Wetten, dass...?“ immerhin 1,2 Millionen Mark zusammen.

Die Idee, Spenden auf viele Schultern zu verteilen, ist somit nicht neu, aber nach wie vor gut. Das dachte sich auch Jörg Pawlowski und schlug der größten Wattenscheider Facebook-Gruppe „Du weiss, dat Du aus Wattenscheid komms, wenn...“ vor, eine Aktion für den guten Zweck zu starten. Immerhin hatte die Plattform im Netz gerade die magische Grenze von 5000 Mitgliedern überschritten, ein würdiger Anlass also, eine Spendeninitiative ins Leben zu rufen.

Karitative Aktion vor Ort

2020 Euro kamen dabei zusammen, die kürzlich an den „Treffpunkt für Menschen mit Behinderungen“ übergeben werden konnten. „Mit so viel Geld hätten wir gar nicht gerechnet. Zwar besteht die Gruppe aus 5000 Mitgliedern, aber aktiv sind ja regelmäßig nur rund 200“, betonten die Administratoren Robert Neumann und Heinz Nocke dabei. Doch sei die Bereitschaft zu spenden groß gewesen, gerade im Endspurt. „Wir sind eine Wattenscheider Gruppe, daher sollte das Geld auch gezielt an eine karitative Aktion vor Ort gehen. Diese Idee kam gut an. Zudem lief alles sehr transparent ab, Informationen rund ums Thema waren jederzeit abrufbar“, schilderten Nocke und Neumann.

„Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung, können uns für das Engagement nur bedanken“, sagte Treffpunkt-Leiterin Gabi Choryan. Ziel ihrer Arbeit sei es, das Leben, den Alltag der Besucher so normal wie möglich zu gestalten. Der Umzug ins Wichernhaus sei dahingehend bereits erfolgreich verlaufen, die Inklusion funktioniert in Günnigfeld.

Mit der Spende wollte die Gruppe nun eigentlich den LVR-Archäologischen Park in Xanten besuchen. Doch die Einrichtung hat inzwischen eine Einladung für bis zu 50 Personen ausgesprochen. „Jetzt müssen wir nur noch den Bus bezahlen“, kündigt Choryan an. Auch für die Verpflegung sei bereits gesorgt: Sowohl die Fleischerei Thiers als auch Marco Ostermann lassen 100 Bratwürstchen für unterwegs springen – ein öffentlicher Grillplatz sollte daher auf jeden Fall mit auf der Route nach Xanten liegen.