Tradition trifft kölsche Töne
05.08.2011 | 17:54 Uhr 2011-08-05T17:54:00+0200
Wattenscheid.Kölsche Töne im Wattenscheider Traditionslokal: Die waschechte Rheinländerin Anna Kampas führt seit einem halben Jahr mit ihrem Mann Dimi das Stammhaus Hölscher an der Querstraße, mittlerweile hat sie auch die kulturelle Umstellung überwunden. Und es gefällt ihr richtig gut in der Hellwegstadt.
„Ich habe den Wattenscheider als einen unheimlich offenen und liebenswerten Menschen kennengelernt. Da unterscheidet er sich gar nicht so sehr vom Kölner“, erzählt die 43-Jährige und hat gleich ein zweifelhaftes Lob parat: „Ganz im Gegensatz zum Düsseldorfer.“ Anna Kampas kennt sich also aus mit Städterivalitäten, auch die lokalen sind ihr geläufig. Gisela Schramm ist seit der Neueröffnung Stammgast im „Hölscher“ und hat der Wirtin sofort eines mit auf den Weg gegeben: „Hauptsache es ist kein Bochumer, der unsere Traditionsgaststätte übernimmt.“
Gerade mit einer Tradition konnte sich die Wirtin natürlich in der Hellwegstadt schnell anfreunden. „Ich habe mich natürlich riesig darüber gefreut, dass auch hier der Karneval so doll gefeiert wird. Obwohl ich es in diesem Jahr nicht nach Höntrop geschafft habe, bin ich schon tierisch gespannt auf den Umzug in der nächsten Session.“
Überhaupt ist der Karneval ihr Thema. Denn die Kölnerin kann auf die ohnehin schon närrischen Geschichten rund um das jecke Treiben noch einen drauf setzen, im positiven Sinn. „Am Rosenmontag habe ich vor sieben Jahren meinen Mann kennengelernt. Normal sagt man ja, an Aschermittwoch ist alles vorbei. Bei uns ist’s anders.“
Deswegen steht Dimi, der gelernte Koch, jetzt am Herd des über 130 Jahre alten Lokals an der Querstraße, Anna Kampas bedient vorne mit ihrem Team. Doch sie sind nicht direkt aus Köln in die Alte Freiheit gezogen. „Wir haben zunächst noch einige Jahre in Windeck eine Gastronomie betrieben, mein Mann kommt aus der Gegend.“ Nur warum haben sie denn überhaupt den Schritt gewagt, das zuvor leerstehende Stammhaus zu übernehmen? „Wir hatten uns im Internet nach etwas neuem umgesehen und uns sofort in diese Räumlichkeiten verliebt. Bei diesem historischen Haus mussten wir einfach zugreifen.“
Und in der Liebe zum Detail merkt man den Eheleuten auch an, dass sie es ernst meinen. Hier und da haben sie etwas verändert, für die Deko ist in diesem Fall sogar der Mann zuständig. Gäste berichten, dass sie sich wohl fühlen, und haben sich inzwischen auch sprachlich der Gastronomin angenähert. „Zu Anfang war das schon komisch. Egal ob Ölisch für Zwiebel, Äppel für Kartoffeln oder läppisch statt albern. Man hat mich nicht immer verstanden“, schildert die Mutter eines Sohnes.
Das wichtigste unterscheidet sich jedoch sowieso nur durch ein ‘s’: „Noch ein Bierschen?“, versteht man auch in der Hellwegstadt.
14:46
Ich kann mir keinen besseren Service als im Stammhaus Hölscher mit den neuen Wirtsleuten vorstellen. Zuvorkommend und dennoch unaufdringlich.Herzlich, aber nicht übertrieben. Das Essen dort gleicht dem eines Sterne Restaurants. Alles sehr raffiniert und mit Pfiff zubereitet. Sehr schmackhaft.
Zur Zeit noch ein Geheim Tipp, aber ich denke, dass sich das nach dem Bericht in der WAZ schlagartig ändern wird.