Tradition trifft den richtigen Ton

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Wattenscheid..  Es war eine Feier nach Maß für den Spielmannszug der Höntroper Gänsereiter: Vor 25 Jahren gegründet, stand das Musikfest am Sonntag ganz im Zeichen des Jubiläums. 20 Kapellen versammelten sich dazu auf dem Gelände an der Gänsereiterhalle, brachten vor allem musikalische Grüße mit ins Königreich. Zahlreiche Besucher – der Platz war über den Tag verteilt immer gut gefüllt – bekamen es dabei nicht nur mit traditionellen Märschen zu tun.

Denn das Repertoire der Spielmannszüge ist größer geworden, wie etwa die Gruppe „Glück Auf“ der Feuerwehr aus Essen-Kupferdreh zeigen konnte. Egal, ob „Eye of the Tiger“ oder Schlagerhits, es ist inzwischen ein ziemlich bunter Strauß geworden, den die Musiker aus ihrem Fundus pflücken können.

„Glück Auf“ kooperiert dabei mit dem Spielmannszug der Höntroper Gänsereiter. Leiter Patrik Wirth hat auch mit den Wattenscheider Musikern bereits einige moderne Stücke einstudiert, er selbst schreibt sie um, macht sie passend für die Spielmannszüge. Die „Gut-Ritt-Polka“ hat er nun sogar eigens komponiert und als Geburtstagsgeschenk mitgebracht.

Musikalischer Wandel

Ein musikalischer Wandel, mit dem wohl noch niemand rechnete, als der Spielmannszug in Höntrop gegründet wurde. Denn nach Auflösung des Spielmannszuges „Blau-Weiß Bochum-Linden“ galt es zunächst einmal, einen Neuaufbau innerhalb des Gänsereiter-Clubs Höntrop auf den Weg zu bringen. Federführend für das Projekt waren seinerzeit Peter Hirschfelder aus Höntrop und Hans-Georg Manuel aus Linden.

Die Lindener brachten ihre Sachkenntnis ins neue Team ein, die Höntroper – gerade die Kinder und Jugendlichen – waren vor allem mit Begeisterung dabei: Dadurch konnte schon nach nur einem Jahr Probezeit das erste Konzert über die Bühne gehen. Seitdem sind öffentliche Auftritte zur Regelmäßigkeit geworden, zumal durch die moderneren Varianten. Stücke wie „Mein Herz“ von Beatrice Egli, „Atemlos“ von Helene Fischer oder „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen gehören zum Repertoire der Gemeinschaft, die nicht nur inhaltlich generationenübergreifend arbeitet. „Wir sind stolz darauf, dass wir Musiker jeden Alters haben. Das jüngste Mitglied ist acht, das älteste weit über 70 Jahre alt. Der Erfahrungsaustausch ist für uns von großem Wert“, schildert Sprecher Niko Halwer.

So konnte der Spielmannszug am Sonntag auch denjenigen danken, die dem Ensemble schon seit langer Zeit die Treue halten. Geehrt wurden Peter Hirschfelder, Hans-Georg Manuel, Heidrun Manuel, Udo Wolff, Harald Kowellik, Jörg Scheibel (für jeweils 25 Jahre Mitgliedschaft), Christoph Ludwig (24 Jahre), Claudia Niesler (22 Jahre), Romina Hirschfelder, Niko Halwer und Carina Manuel (20 Jahre).