Thema Schönheit
28.10.2010 | 17:25 Uhr 2010-10-28T17:25:00+0200
Wattenscheid. Bei einer Kosmetikerin war sie in ihrem ganzen Leben nur dreimal. „Ich habe mir gesagt, das kann ja gar nicht helfen, wenn man nur alle acht Wochen hingeht – das ist ja, als ob man nur alle acht Wochen seine Zähne putzen würde“, sagt Ulrike Kröll (58). Sie ist ihre eigene Kosmetikerin und hat über ihre selbst entwickelte Gesichtsmassage ein Buch geschrieben.
Wie fast 60 sieht die Wattenscheiderin mit ihrer so gut wie faltenfreien Haut wirklich nicht aus: Ulrike Kröll ist die beste Reklame für ihr Buch „Jungbrunnen“. Mit dem, was heute alles unter Anti-Aging vermarktet wird, hat die gelernte Arzthelferin allerdings wenig am Hut. „Ich bin nicht gegen Falten“, betont sie. „Inge Meysel hatte doch zum Beispiel ein ganz tolles Gesicht.“
Betonte Jugendlichkeit, der durch Botox oder Schönheitsoperationen nachgeholfen wird, lehnt Ulrike Kröll ab. „Das ist kein Thema für mich. Man hat sein eigenes Gesicht mit seinem eigenen Gesichtsausdruck. Der kann ja nur verfälscht werden, und dann sieht man aus wie eine Maske.“
Und so war sie auch nicht mit den Änderungswünschen der renommierten Verlage einverstanden, denen sie ihr Manuskript angeboten hatte. „Es sollte nicht nur überarbeitet, sondern es sollten auch neue Fotos gemacht werden.“ Statt der Autorin selbst wollte man möglichst junge Models dafür nehmen. Ulrike Kröll lehnte ab: „Das verfälscht doch alles, das wollte ich nicht.“ Deshalb hat sie ihr Buch schließlich im Selbstverlag veröffentlicht.
Seit 30 Jahren beschäftigt sich die Wattenscheiderin bereits mit dem Thema Schönheit. „Früher habe ich mir auch Anti-Falten-Cremes gekauft, mich aber irgendwann gefragt, wie die Creme überhaupt wirken kann, wenn ich sie mir einfach nur aufs Gesicht lege.“ Sie habe in ihrem Leben immer alles hinterfragt, erklärt Ulrike Kröll. Seine Falten „selbst in die Hand zu nehmen“ – so der Untertitel ihres Buchs – das habe mit der gesamten Lebensführung zu tun. „Ernährung, Entspannung, Bewegung, Gesichtsmassage – das gehört alles dazu. Und wenn ein Teil fehlt, funktioniert auch das Ganze nicht.“
So hat Ulrike Kröll neben der von ihr selbst entwickelten Gesichtsmassage auch Ernährung, Kosmetik, Lebensstil und Lymphdrainage in ihr Buch aufgenommen. „Geschrieben habe ich das Buch, weil ich immer darauf angesprochen wurde, wie ich das mit der Massage mache – und warum sollte ich so etwas Einfaches, das außer etwas Zeit und Disziplin nichts kostet, nicht auch anderen zugänglich machen?“
Selbstverständlich massiert Ulrike Kröll selbst jeden Morgen ihr Gesicht. „Da kann man sich wunderbar bei entspannen, und die wohltuende Wärme entspannt auch die Gesichtsmuskeln. Und die Durchblutung bewirkt, dass die Haut straff bleibt – sie ist wichtig, damit die Creme richtig befördert wird.“
Nicht nur in Sachen Gesichtsmassage hat sich Ulrike Kröll der Schönheit verschrieben: Schon seit ihrer Kindheit beschäftigt sich die Wattenscheiderin mit Malerei und hat in diesem Jahr ihren zweiten Kalender in der so genannten Encaustic-Malerei herausgegeben. „Ich habe die Wachsmalkunst 2003 entdeckt. Bei der Encaustic dient das Wachs als Bindemittel für Farbpigmente und wird unter Hitzeeinwirkung vermalt.“ Vor allem die leuchtenden Farben haben es ihr angetan. Obwohl ihr erster Kalender sich nicht so gut verkaufte, hat sie es noch mal versucht: „Encaustic ist ja noch nicht so bekannt, und ich möchte, dass die Leute sie kennen lernen.“ Infos: www.ulrike-kroell.de
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