Talente sichten zur Namensgebung

Wattenscheid..  Die SG 09 Wattenscheid sieht sich als größter Sportverein in der Alten Freiheit auch in der gesellschaftlichen Verantwortung: „Wir fördern die Freude am Sport in der Gemeinschaft sowie die Kommunikation und Integration verschiedener Kulturen und Religionen. In Wattenscheid erleben wir täglich, wie der Fußball einen großen Teil dazu beiträgt“, schildert Pressesprecher Martin Jermann.

Ein weiteres Zeichen für die interkulturelle und interreligiöse Gemeinschaft hätten die Mitglieder des Vereins gesetzt. Und zwar im Rahmen der bislang letzten Mitgliederversammlung der Schwarz-Weißen (die WAZ berichtete bereits). Jermann: „Mit großer Mehrheit sprachen sie sich dabei für die Umbenennung des Vereinsheims, dem Mittelpunkts des Vereinslebens, in ,Paul-Cohn-Haus’ aus.“

Zum Hintergrund: Paul Cohn, geboren am 28. Februar 1892 in der Hellwegstadt, war einer der Mitbegründer der SG 09. Als er 1934 die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Vereins besuchen will, steht „Juden unerwünscht“ an der Tür. Vorsitzender Friederich Leppeler sorgte erst für den Einlass Cohns. Aufgrund seines jüdischen Glaubens musste er später Deutschland verlassen.

Über Cohns weiteren Lebensweg ist wenig bekannt. „Umso wichtiger finden wir es, ihm nun ein würdiges Andenken zu bereiten“, betont Jermann.

Der Festakt der Umbenennung des Vereinsheims steigt am Freitag, 10. April, um 15 Uhr an der Berliner Straße. Die islamische und jüdische Gemeinde sind dazu ebenso wie alle Interessierten eingeladen. Im Anschluss an den Festakt mit offizieller Schildenthüllung findet ein Sichtungstraining, begleitet vom 09-Kooperationspartner Galatasaray Istanbul, statt.

Dieses Training richtet sich an fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 2002 und 2003. Anmeldungen für das Training werden per Mail über sgw1909-sichtungstraining@gmx.de sowie unter 92 09 0 (Geschäftsstelle der SG 09) entgegengenommen.