Stadtbücherei bleibt am Alten Markt

Bald wird wieder, wie hier im Bild, ein Bücherflohmarkt des Fördervereins „LiesWAT!“ e.V. stattfinden.
Bald wird wieder, wie hier im Bild, ein Bücherflohmarkt des Fördervereins „LiesWAT!“ e.V. stattfinden.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Umzug ist vom Tisch, Standort im Gertrudiscenter bestätigt. Durch Personalkosten-Budgetierung gibt es allerdings keine Neueinstellungen

Endlich Planungssicherheit hat die Wattenscheider Stadtbücherei: „Ein Umzug ist vom Tisch“, kann Astrid Kern, Vorsitzende des Fördervereins „LiesWAT!“ verkünden. Der Standort im Gertrudiscenter wurde auf einer Sitzung am 27. Januar bestätigt. An dieser nahmen neben den Leitern der Büchereien des gesamten Stadtgebietes auch die Fördervereine der Zweigstellen, zusammengefasst zum „Bündnis Bochumer Bücherei Benutzer“ (Bhoch4), teil.

„Leider gibt es auch Negatives zu berichten“, bremst Kern die Euphorie. Durch die neue Personalkosten-Budgetierung, beschlossen durch den Rat der Stadt Bochum, wird es keine Neueinstellungen geben. Krankheitsbedingte Ausfälle müssten von anderen Angestellten abgefangen werden. „Im schlimmsten Fall kann dies zur zeitweisen Schließung einer Bücherei führen“, so Kern. Ebenfalls problematisch: „Die Mitarbeiter sind angehalten, Überstunden zu begrenzen. Das betrifft auch unsere kostenlosen Lesungen, die sinnigerweise meist außerhalb der Öffnungszeiten, gegen Abend, stattfinden.“ Die neuerliche Entwicklung stößt auf wenig Gegenliebe.

„Alle Beteiligten haben das Ziel, für ihre Kunden da zu sein und die Kulturarbeit im Stadtteil voranzutreiben.“ Für die Wattenscheider gibt’s zunächst keine direkten Auswirkungen. Das geplante Programm für 2015 beinhaltet mindestens drei Abendveranstaltungen, die von „LiesWAT!“ organisiert werden, u.a. im Zuge der Nacht der Bibliotheken und der Wattenscheider Kulturnacht sowie die Fortsetzung des erfolgreichen, 2014 gestarteten Autoren-Forums. „Die Zusammenarbeit mit Leiter Dirk Plewka und seinem Team ist sehr gut. Wir gehen davon aus, nichts ändern oder kürzen zu müssen.“ Was unter den gegebenen Bedingungen zukünftig schwieriger werde, seien spontane Anfragen: „Diese können weder vom Förderverein noch vom Personal der Bücherei weiterhin locker gehandhabt werden.“

Ebenso obliegt die Gestaltung von Flyern nun Vorgaben. Die Fördervereine sind dazu angehalten, die neue Stadtmarke Bochums und das damit einhergehende Design zu nutzen: „Uns wurde jedoch zugesichert, dass wir weiterhin Entwürfe einreichen können. Es ist klar, dass wir als selbstständiger Verein nicht glücklich sind über neue Vorschriften, in die man uns hineinzwängt. Schließlich finanzieren wir die Flyer selbst.“ Keinesfalls möchte Kern mit dieser Aussage Gräben aufreißen: „Alle verhalten sich kooperativ“. Die Stadt Bochum teilt mit, dass ein einfacher Gedanke hinter der neuen Regelung steht: „Das neue Design soll einheitlich kommuniziert werden, um Identifizierung und Wiedererkennungswert zu steigern“, so das Presseamt.