Stadt saniert Häuser für Flüchtlinge

Der Häuserkomplex (v.l.) Hohensteinstraße 69 und Heimstraße 1, 3, 5, 9 – ab Ende Heimstraße fotografiert.Foto:Gero Helm
Der Häuserkomplex (v.l.) Hohensteinstraße 69 und Heimstraße 1, 3, 5, 9 – ab Ende Heimstraße fotografiert.Foto:Gero Helm
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Große Renovierungsmaßnahme an der Hohenstein- und Heimstraße in Leithe soll im April beginnen. Rat beschloss, 2,08 Millionen Euro aufzuwenden

Wattenscheid..  Im April soll die umfangreiche Sanierung der Häuser Hohenstein-/Heimstraße in Leithe starten. Im März werden die Bürger zur Informationsveranstaltung eingeladen. So sagte es Ute Bogucki, Amtsleiterin für Soziales und Wohnen der Stadt, gestern auf Anfrage der WAZ. Im November bereits hat der Rat beschlossen, die 2,08 Millionen umfassende Sanierungsmaßnahme in Angriff zu nehmen, damit möglichst bald die Häuser der Aufnahme von Flüchtlingsfamilien zur Verfügung stehen.

Ute Bogucki: „Wir werden dazu im März die Anwohner, die Leither Bürger und auch die GWG einladen.“ Kai Oliver Lehmann, Geschäftsführer der „Genossenschaftliches Wohnen in Gelsenkirchen und Wattenscheid eG“ dazu: „Wir haben vergangene Woche mit der Stadt Bochum gesprochen und unser Interesse an einer Information deutlich gemacht.“ Laut Lehmann sei die Sanierung nicht nur aus optischen und vor allem energetischen Gründen wichtig. „Auch die Menschen, ob die Anwohner, die Bürger des Ortsteils West-Leithe und auch später die Flüchtlinge, gilt es mitzunehmen.“

Ghetto-Bildung vorbeugen

Damit begrüßt und befürwortet er die vorherige Information der Menschen, „die dort schon leben, aber auch die Betreuung derer, die später in die Häuser ziehen und dort wohnen werden.“ Der GWG gehören die Häuser Heimstraße 2 bis 16 und die Hohensteinstraße 65 bis 67. Etwa 70 Wohnungen unterhält die GWG hier und „wir haben keine große Fluktuation.“

Laut Bogucki soll die Sanierung häuserweise (in der Fachsprache „tranchenweise“) vor sich gehen. „Wir beginnen mit dem Haus Hohensteinstraße 69. Dann folgen nach und nach die Häuser auf der Heimstraße.“ Andreas Grosse-Holz, Geschäftsbereichsleiter Technisches Gebäudemanagement bei den Zentralen Diensten, dazu: „Die Gewerke werden jetzt ausgeschrieben. Die ersten neuen Bewohner können im Herbst dieses Jahres einziehen. Die Gesamtsanierung, so ist die Planung, soll im Frühjahr 2016 komplett fertig sein.“

Wie die WAZ bereits berichtete, waren anfangs sowohl die Anwohner als auch die GWG nicht begeistert über das Informations-Gebaren der Stadt in Sachen Sanierungsvorhaben an der Hohenstein- und Heimstraße. Einige der Anwohner haben erst in der November-Sitzung der Bezirksvertretung weitere Informationen gehört. Etwa die, dass die Bezirksvertreter einer Segregation (Ghetto-Bildung) vorbeugen wollen. Bezirksbürgermeister Manfred Molszich: „Bei der Belegung der Häuser ist auf eine breite soziale und ethische Streuung zu achten.“

Im Ratsbeschluss heißt es: „Die Gesamtmaßnahme hat nach einer Kostenschätzung von Zentrale Dienste ein Gesamtvolumen von ca. 2,08 Millionen Euro. Für die Maßnahme Sanierung der Gebäude Hohensteinstraße 69, Heimstraße 1, 3, 5, 7 und 9 wurden keine Mittel für den Haushalt 2014 geplant. Daher sind diese in Höhe von 2,08 Millionen Euro außerplanmäßig bereitzustellen.“ Mit einer Gegenstimme wurde der Beschluss sonst einstimmig gefasst.