Sportanlagen droht das Aus

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Wattenscheid..  Die jetzt vorgelegten Pläne der Stadtverwaltung lassen aufhorchen: Denn im Rahmen einer Sportstätten-Entwicklungsplanung wurden seitens der Verwaltung die Bedarfe 2015 bis 2020 für den Teilbereich Fußballsport ermittelt, die Vorlage geht nun durch die entsprechenden politischen Gremien – und birgt Zündstoff.

Denn die bereits vor Jahren angedrohte Aufgabe des Sportplatzes an der Höntroper Straße soll in die Tat umgesetzt werden. Bis zum Jahr 2020 würde dort der „vereinsorganisierte Fußballsport“ auslaufen, die „aufnehmende Platzanlage“ könnte sich „Auf dem Esch“ befinden. Am Rande des Wattenscheider Hellwegs sieht die Stadt wiederum Investitionsbedarf in Höhe von 300 000 Euro – für den Ascheplatz.

Hintergrund der Pläne sind bezirkliche Analysen (Hübner-Studie), die den Flächenbedarf ermittelten. Für die Hellwegstadt ergab sich ein Überschuss. Allerdings: „Dies sind nur Empfehlungen, unsere fachlichen Aussagen zur Zukunft der städtischen Sportanlagen, die nicht in Stein gemeißelt sind. Die politische Entscheidung bleibt offen“, schildert Sport- und Bäderamtsleiter Klaus Retsch.

Außerdem steht der Tennenplatz an der Berliner Straße auf der Streichliste. Für den Erhalt beider Stätten müssten 600 000 Euro investiert werden. Stattdessen sollen die Anlagen langfristig in die städtische Flächenkonferenz überführt werden, um Vermarktungs- und Nutzungsmöglichkeiten ins Auge zu fassen.

Doch beinhaltet der Sportstätten-Entwicklungsplan auch Investitionen in der Alten Freiheit. So heißt es: „Darüber hinaus hält die Sportverwaltung den Umbau des Tennenspielfeldes in einen Kunstrasenplatz am Sportzentrum Westenfeld für erforderlich, um den derzeitigen und zukünftigen Bedarf der im Jahr 2013 eingerichteten Sportschule NRW aufnehmen zu können.“ 3,2 Millionen Euro entfallen laut Vorlage „auf investive Maßnahmen“, sprich auf die Umwandlung in Kunstrasenflächen an der Hasenwinkeler Straße, am Hustadtring/ Westerholtstraße, am Waldesrand sowie eben in Westenfeld.

Im Osten nichts Neues

Ohne konkrete Aussage bleibt die Verwaltung zur Situation an der Dickebankstraße. Lediglich eine Ascheplatzsanierung wird aufgeführt. „Das Papier wird jährlich fortgeschrieben“, sagt Retsch. Neuigkeiten rund um einen möglichen Grundstücksverkauf an die Großbäckerei Bereket könnten daher kurzfristig berücksichtigt werden. Zur Erweiterung des Unternehmens an der Straße Mausegatt soll die Sportanlage wie berichtet umgebaut und die sich hieraus ergebende Fläche von ca. 11 000 qm an den Betrieb veräußert werden.

Der Verkaufserlös aus dem Grundstücksgeschäft könnte zur Finanzierung des Kunstrasenplatzes beitragen, der sich dann quer zum jetzigen Hauptspielfeld erstrecken würde. Der Rasenplatz in seiner jetzigen Form müsste weichen. Anwohner fürchten jedoch um ihre Ruhe und gehen gegen die Planung an.