Spielgelände zum Wohlfühlen

Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Vor über einem Jahr eröffnete das Ev. Jugendhilfecentrum die Kinderschutzvilla an der Graf-Adolf-Straße. Jetzt wurde mit der Einweihung des Spielgeländes der letzte Baustein seit dem Umbau hinzugefügt. „Dank der Unterstützung zahlreicher Spender aus Wattenscheid war es uns möglich, den Garten so zu gestalten, dass sich die Kinder auch hier draußen wohlfühlen können“, bedankte sich Peter Vorndamme, Leiter des Ev. Kinder- und Jugendhauses, bei der kleinen der Feierstunde.

Nestschaukel, Sandspiel- und Rasenfläche sowie bunte Blumen gehören dazu. Das Haus dient Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren als Schutz- und Schonraum; sie stammen aus Familien in Notsituationen (wie Krankheit, Trennung, Gewalt) und kommen hier vorübergehend unter, in der Regel für ein bis drei Monate. Die Zuweisung erfolgt über das Jugendamt. Alle acht Plätze in der Villa sind meistens belegt. „Überforderungs- und Notlagensituationen nehmen leider zu“, so Peter Vorndamme. „Und Unterstützungsleistungen in Familien nehmen tendenziell ab.“

Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle. Diese Maxime gilt sowohl für Jugendämter, als auch für das Ev. Kinder- und Jugendhaus. Im April 2014 hatte die Einrichtung, die ihren Schwerpunkt-Sitz am Centrumplatz in Heide hat, die Kinderschutzvilla an der Graf-Adolf-Straße eröffnet.

Hilfe in familiären Notlagen

Ein eher harmloses Beispiel: Die alleinerziehende Mutter muss für vier Wochen ins Krankenhaus gehen, hat aber niemanden, der für ihren drei Jahre alten Sohn in der Zwischenzeit sorgt. Mit Hilfe von Jugendamt und Kinderschutzvilla kann sie einen Platz in der Einrichtung bekommen.

Eine schon dramatischere Ausgangslage: Der alleinerziehende Vater eines Kindes will eine Entziehungsmaßnahme gegen sein Suchtproblem machen. Die Tochter kann derweil – in Absprache mit dem Jugendamt – in der Kinderschutzvilla versorgt werden. Eine drastische Situation: Kinder erleiden daheim seelische Misshandlung, Verwahrlosung, Chaos. Das Jugendamt ist eingeschaltet, vermittelt einen Platz in der Kinderschutzvilla.

Fünfeinhalb Erzieherstellen und eine Hauswirtschaftskraft gibt es in dem rund 295 qm großen, denkmalgeschützten Haus. Die Kinder sind tagtäglich rund um die Uhr betreut. Peter Vorndamme: „Das Ziel ist immer die Rückführung in die Familie. Daran arbeiten Jugendhilfecentrum und Jugendämter mit den Eltern.“