Spaß-Alarm in Günnigfeld
11.08.2009 | 16:39 Uhr 2009-08-11T16:39:00+0200
Die Günnigfelder Feuerwehr hatte am Montagabend einen Einsatz der besonderen Art.
Anlass war nicht ein böswilliger, blinder Alarm, sondern der reine Spaß an der Freude. Er brachte die Damen und Herren des Löschzuges auf den Max-König-Platz, wo es gegen 19.30 Uhr hieß: „Wasser marsch.”
Auslöser für diese Aktion gibt es einige. Da ist zum Ersten der Karikaturist Michael Hüter. Er hatte auf Bitte seiner Nachbarin (zweitens), Britta Ott, eine Zeichnung für den Löschzug, indem sie seit Jahren Feuerwehrfrau ist, angefertigt. Die „Löscheinheit 11” ist (drittens) der eigentliche „Brandherd” – weil die freiwillige Wehr damit erstmals die Einladung zu ihrem alljährliches Feuerwehrfest schmückt.
Einfach ein symphatisches Motiv vorgeschlagen
„Es gab keine Vorgaben, und so habe ich einfach ein sympathisches Motiv vorgeschlagen”, erzählt der 47-Jährige, „und Feuerwehrautos habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten ohne Ende für meine und andere Kinder gezeichnet. Ist ein dankbares Motiv.”
Seine bunte Illustration wirkt mit Fahrzeug, Mannschaft und Kirchturm so lebensnah, dass sich in der WAZ-Redaktion schnell die Idee breit machte, diese Szene den Lesern „in echt” zu zeigen. Jörg Dornbach, stellvertretende Löschzugleiter, entschied quasi in Einsatzgeschwindigkeit im Telefonat mit der WAZ: „Klar, den Spaß machen wir mit.” Dienstzeit? „Kein Problem, wir haben sowieso Mannschaftsabend.” Ort: „Marktplatz”.
Kirchturm ist allerdings nicht identisch
Wobei wir zugeben müssen, dass da der Kirchturm nicht identisch ist mit dem auf der Zeichnung von Michael Hüter. Er hatte den Turm von „Herz Mariä” in Szene gesetzt, aus Platzgründen musste es jetzt der der Christuskirche sein. Mit dieser „Verfremdung” durch die Redaktion war der Künstler, der es sich nicht nehmen ließ, der Umwandlung seiner Idee in die Realität zu zuschauen, durchaus einverstanden. Auch damit, dass die Ehrenamtlichen des Löschzuges von der Helmpflicht entbunden wurden.
Aber sonst sollte es schon stimmen, darauf legten auch die Akteure großen Wert und studierten die Zeichnung penibel. Wo muss der Mann mit dem Schlauch stehen, wie genau muss der Wasseranschluss liegen, wie viele Leute sitzen vorn im Wagen, und wer hält die Axt in den Abendhimmel, und, und, und. . .
Eine Stellprobe folgte der nächsten
Damit der Fotograf eine vielleicht bessere, weil höhere Position einnehmen konnte, wurden Steckleitern abgeladen, aufgebaut – und dann doch nicht benutzt. Stehen die Blitzlichter in Zielrichtung des Wasserstrahls? Umbau. Eine Stellprobe folgte der nächsten, bis endlich alle am richtigen Platz waren, „und nicht vergessen, die Axt hochzuhalten”. Die Schar der Zuschauer war inzwischen stattlich.
Etliche Bilder später und nach kritischer Betrachtung durch die Mitwirkenden erfolgte die Zustimmung: „Ja, das ist es, Bild Nummer hundertvierundfünfzig nehmen wir.” Kurz vor 20 Uhr war Ende der Übung. Von der hat ein Baum auf dem Max-König-Platz profitiert, der reichlich mit Flüssigkeit versorgt wurde. Womit wir wieder beim Feuerwehrfest wären. . .
22:02
Stimmt Uli, das hätte Rolf mal wirklich dazu schreiben können ...
... also um das Geheimnis zu lüften: Der Fotograf heißt Mathias Schumacher
aber den Namen des Fotografen unterschlagen leider die meisten Redakteure, sehr unschön ;-)
21:07
Lieber Rolf Schulte, diese Geschichte ist wirklich schön erzählt. Man ist beim lesen quasi dabei. Aber den Namen des Fotografen hast Du leider unterschlagen.