Schweren Stahl auf leichtes Papier transportiert
22.10.2009 | 17:49 Uhr 2009-10-22T17:49:00+0200
Wattenscheid./Gelsenkirchen. Wie kriegt man tonnenschweren, harten Stahl auf leicht zu transportierendes, biegsames Papier? Der Wattenscheider Werbedesigner Peter Stark (46) hat jene unlösbar scheinende Aufgabe optisch und inhaltlich mit außergewöhnlicher Bravour gemeistert.
Beim renommierten Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie platzierte sich Peter Stark mit einer für den Oberhausener Heitmann-Stahlhandel entwickelten Image-Broschüre unter 364 Bewerbern auf Rang 4. Nur die für die Edelmarken Maybach, Porsche und Adidas entwickelten Werbe-Konzepte landeten nach der Beurteilung durch eine hochkarätig besetzte Jury vor Stark auf den Medaillenrängen.
Seit 27 Jahren ist der Wattenscheider nun als Werbedesigner selbstständig, und seine Auftraggeber kommen inzwischen aus der ganzen Republik. Von der Pieke auf gelernt hat Peter Stark bei Oeben & Thoben als Schaufenster- und Werbegestalter. „Für mich war das eine harte, aber auch sehr gute Schule”, sagt er.
Bei Oeben & Thoben von der Pieke auf gelernt
„Das war ohne Zweifel ein ganz, ganz starkes Stück, das Peter Stark da abgeliefert hat”, meint der Gelsenkirchener Fabrikant Günter Thomas. „Für mich war er sogar der Beste.” Das Kompliment von Günter Thomas ist beileibe nicht von Pappe. Denn der 61-Jährige gilt in der internationalen Werbebranche als kreativer und innovativer global player.
Bereits seit Jahren arbeiten der Gelsenkirchener und der Wattenscheider erfolgreich zusammen. Stark entwickelt die Ideen, Thomas verwirklicht sie drucktechnisch in seiner Trendhouse 42 GmbH.
Mental auf einer ähnlichen Wellenlänge
„Wir liegen mental auf einer ähnlichen Wellenlänge und profitieren gegenseitig von unseren Kreativpotenzialen”, schreibt Peter Stark seinen Wettbewerbserfolg auch Günter Thomas zu. Der sagt: „Für mich ist es immer eine ganz besondere Freude, wenn Projekte, die aus dem Revier heraus für Revierfirmen entwickelt worden sind, öffentlich wahr genommen und anerkannt werden. Das ist positive Standort- und Imagewerbung für unsere Region, in der unheimlich viel Power steckt.”
Eine gebrochene Lanze steht im Entree zum Trendhouse 42, das Thomas und Stark nicht als Druckereibetrieb, sondern als Ideenschmiede betrachten. Günter Thomas erläutert: „Die Skulptur soll dokumentieren, dass an dieser Stelle eine Lanze fürs Revier gebrochen wird. Ich hätte den Betrieb auch in einer anderen Region ansiedeln können. Doch ich stehle mich nicht weg von einem Ort, an dem die Arbeitslosenquote damals bei 23 Prozent lag. Und man darf auch nie vergessen, wo man herkommt.”
Sie brechen eine Lanze fürs Revier
Auch Peter Stark fühlt sich in Wattenscheid und in der Region verwurzelt. „Ich lebe und arbeite hier sehr gerne.” Zu seiner Philosophie gehört der Grundsatz, dem Kunden die ganze Bandbreite innovativer Werbekonzepte aufzuzeigen. Und: „Qualität steht für mich stets vor Quantität”, sagt Peter Stark. „Denn nur so lässt sich ein in die Zukunft weisendes, tragfähiges Image aufbauen. Zahlreiche Firmen”, hat der Wattenscheider festgestellt, „hinken allerdings in den Werbestrategien ihren Produktinnovationen weit hinterher. „Da muss man umdenken.”
Broschüre ist ein wahrer Türöffner
Der Heitmann-Stahlhandel ließ sich auf Peter Starks Ideen ein und hat dadurch wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen erklärt: „Unsere Broschüre ist ein wahrer Türöffner und erleichtert den Vertrieb erheblich.”
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