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Schulkinowochen verbinden Pädagogik und Unterhaltung

20.01.2011 | 18:10 Uhr
Schulkinowochen verbinden Pädagogik und Unterhaltung
Schüler der Märkischen Schule diskutieren nach einem Film über Integration. Anja Schmid, Pädagogische Mitarbeiterin des Grimme-Instituts in Marl leitete die Gesprächsrunde. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Wattenscheid. Während der Schulkinowochen des NRW-Bildungsministeriums stehen Filme auf dem Stundenplan. In Wattenscheid zeigt das Märkische Kino in der Stadthalle kontroverse Streifen, die Themen wie Ehrenmord aber auch historische Ereignisse aufgreifen.

Pädagogischen Anspruch und gelungene Unterhaltung miteinander zu verbinden, ist das Ziel der Schulkinowochen des NRW-Bildungsministeriums. Zum siebten Mal beteiligt sich das Märkische Kino an dem Projekt, gestern lief der erste von sechs Streifen über die Leinwand in der Stadthalle.

„Film müsst ihr sowieso in der Schule machen. Das ist zwar ganz cool, aber ihr solltet auch wissen, was einen Film besonders macht und was ihn von anderen Medien unterscheidet“, kündigte Anja Schmid vom Grimme-Institut im Vorfeld des preisgekrönten Schauspiels „Die Fremde“ an. Doch die hohe Konzentration der etwa 50 Schüler während des Zusehens und die anschließende Betroffenheit ließen das Besondere dieser Vorführung schnell erkennen: „Der Film über die 25-jährige Deutsch-Türkin Umay ist schon toll gemacht. Er regt zum Nachdenken an und versetzt in eine andere Kultur. Trotzdem ist er dabei auch unterhaltsam“, schilderte zum Beispiel Younes Lakhnati aus der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums seine Eindrücke über die Darstellung der Themen Migration und „Ehrenmord“.

Auch Filmtechniken werden diskutiert

In mehreren Gruppen sollten die Schüler nach der Vorführung die Kernfragen des Filmes herausarbeiten. Die Gegensätzlichkeit von gleichzeitig ausgelebter Liebe und Gewalt bewegte, Zitate wie „manchmal streichelt er, manchmal schlägt er“ boten Anlass zur Vertiefung und die große soziale Bedeutung der Thematik offenbarte sich. Auch Inszenierungstechniken wie Kameraeinstellungen und Soundeffekte diskutierte die Medienpädagogin Schmid mit den Jugendlichen, um die Möglichkeiten der Umsetzung von Emotion in bewegte Bilder zu demonstrieren.

„In medienpädagogischer Hinsicht sind die Schulkinowochen natürlich ein Glücksfall für uns“, meint Manfred Gersemann, Pädagoge am Gymnasium. Er leitet seit Jahren die Film-Arbeitsgemeinschaft, die für das Projekt die technische Organisation vor Ort übernimmt. Er findet, dass „Filmbildung ansonsten ziemlich auf der Strecke bleibt“. Daher haben sich vielleicht auch noch so wenig andere Schulen für die kommenden Vorführungen angemeldet, obwohl sie dazu eingeladen sind. Die Vorstellungen am kommenden Montag, die für Grundschulen gedacht waren, müssen deswegen entfallen.

Veranstaltungen für die Unter- und Mittelstufe

Weiter geht’s erst am Dienstag und Mittwoch mit Veranstaltungen für die Unter- und Mittelstufe, sowie separat für die Oberstufe. „Nach dem sozialwissenschaftlichen Auftakt zeigen wir dann Filme über Religion und Glaube, historische Elemente und literarische Klassiker sind aber ebenso dabei“, kündigt Gersemann an und hofft auf eine gut besuchte Stadthalle.

Über das Sekretariat der Schule 54 98 10 oder das Projektbüro 0251/ 59 13 055 nehmen die Organisatoren noch kurzfristige Anmeldungen entgegen.

Christopher Becker

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