Schülerspektakel sorgt für Staunen

Rund 80
Rund 80
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
18. Gala des Watt’n Zirkus begeisterte am Freitag 400 Besucher. Sporthalle der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule wird zur multimedialen Manege umfunktioniert. Planungen dauern ein Jahr an

Wattenscheid..  Der Countdown nähert sich der Null, das Licht geht aus: Manege frei für die 18. Gala von „Watt’n Zirkus“. Knapp drei Stunden lang gab es Waghalsiges, Zauberei und Lustiges zu bestaunen. Rund 400 Besucher verfolgten das Spektakel in der Sporthalle der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule an der Lohackerstraße am Freitagabend.

Eröffnet wurde die Show von „Zirkusdirektor“ Jürgen Furmaniak. Der Sportlehrer gründete das Schülerprojekt 1998 und ist seitdem Leiter der AGs (Jahrgangsstufen fünf und sechs). Doch die Hoffnung schien ihn verlassen zu haben: „Ich glaube, wir müssen den Laden hier dicht machen. Die Zahlen passen nicht“, teilt er dem schockierten Publikum mit. Verabschieden wollte er sich gebührend: „Ich fange eine Kanonenkugel mit dem Kopf auf!“ Die Folge: Der desillusionierte Direktor wurde bewusstlos aus der Manege geschoben.

Dieser Auftakt machte eins deutlich: Es geht bei „Watt’n Zirkus“ nicht nur um Akrobatik, sondern auch um Unterhaltung, kreative Geschichten und den ein oder anderen Lacher. Dem schloss sich die „Freak Show“ nahtlos an: Zu schräger Zirkus-Musik übernahm eine Artisten-Schar das Zepter. Kuriositäten, Absurditäten. Einräder, Trapez-Akrobatik, Bobbycars und entflohene Insassen einer Psychiatrie rannten und tobten durcheinander, führten „nebenbei“ Kunststücke auf. Bunte Anarchie.

Technisch perfekt in Szene gesetzt

Mit beeindruckender technischer Professionalität zeichnete sich die MSM Eventtechnik AG für den reibungslosen Ablauf von Licht, Ton und Video aus. Dramaturgisch perfekt in Szene gesetzt war z.B. die Hochnetz-Artistik zweier Schülerinnen: Zu träumerischen Klängen, gehüllt in grünes Licht, zeigten sie anspruchsvolle Übungen. Alle Vorführungen wurden zudem gefilmt und auf zwei Leinwände links und rechts der Bühne projiziert.

Ein „Straßen-Battle“ wurde mit JoJos und Diabolos ausgetragen. Atemberaubend auch synchrone Viererfiguren von Schülerinnen in luftigen Höhen, hängend an einem großen Reifen. Konzentration und Körperspannung unbedingt empfehlenswert. Komödiantische Tricks für Kinder paarte eine süffisant-sarkastische Zauberin mit derberen Anspielungen für die älteren Zuschauer.

Ein so umfangreiches Programm benötigt entsprechende Vorbereitungen, berichtet Ulrich Pieper vom Förderverein der Schule: „Die Proben und Planungen dauern ein ganzes Jahr an. Schon heute werden neue Talente gesichtet.“