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Gastwirt Werner Bormann...

Schnapsidee verwirklicht

28.12.2009 | 17:48 Uhr
Schnapsidee verwirklicht

Bei der feucht-fröhlichen Ausschilderung des Prinzenhauptquartiers im Alten Höntroper Brauhaus wurde Mitte November zu vorgerückter Stunde eine Art „Schnapsidee” geboren. Doch allen Unkenrufen zum Trotz hat Quartiermeister Werner Bormann sie frei nach dem Motto „Ein Narr, ein Wort” verwirklicht.

Und zwar in Noten gefasst und mit launigem Text versehen. „Heut' ist Karneval”, lautet der Titel eines dreistrophigen Schunkel-Liedes aus der Feder des 72-jährigen Gastwirts und passionierten Gitarristen, dem das musikalische Talent in die Wiege gelegt worden ist.

Denn Werner Bormanns Vater war als Komponist und Interpret eine bekannte Nummer im Gelsenkirchener Karneval. „In meinem Elternhaus ging's immer ziemlich närrisch zu”, erinnert er sich an seine bewegte Kindheit und Jugend, die darin gipfelte, das er bereits als 20-Jähriger im Buerschen Karneval als Funkenmajor an exponierter Stelle stand.

In A-Dur hat der weitgereiste Gastronom, der unter anderem auf Gran Canaria ein Lokal hatte, sein Lied geschrieben. „Das ist eine Tonart, bei der jeder leicht mitsingen kann”, erläutert Werner Bormann. Und die ersten Testläufe, die er im Kreis seiner Stammgäste gestartet hat, scheinen seine Wahl zu bestätigen. „Bisher war jeder davon begeistert und hat aus Leibeskräften mit geschallert.”

Inzwischen hat Werner Bormann beschlossen, seinen närrischen Schlager auf einer CD zu produzieren. Dabei kamen ihm seine Kontakte, die er als Betreiber eines Tanzlokals im Gelsenkirchener „Zillertal” knüpfen konnte, zugute. „Damals sind nicht nur Prominente wie Trude Herr, Lotti Krekel oder Wolfgang Petry bei mir aufgetreten, sondern auch gute Tanz- und Unterhaltungsbands aus der heimischen Umgebung”, erzählt der Quartiermeister des Stadtprinzenpaares. „Und so habe ich mich an Günter Gladen und sein Trio erinnert.”

Tasten-Instrumentalist Günter Gladen, inzwischen 73 Jahre alt geworden, macht tatsächlich immer noch Musik und tingelt mit Udo Balden (Bass) und Dieter Jaspers (Schlagzeug) durchs Revier. Und er hat sich gestern mit Werner Bormann getroffen, um sich dessen Lied anzuhören. Der Gastwirt ist beim Casting im Brauhaus so nervös, dass er plötzlich Teile des von ihm verfassten Textes vergisst. Da hilft der Genuss eines „Grünewälders”, wie Werner Bormann das von ihm bereits vor 50 Jahren erfundene Schnäpschen genannt hat. „Der ist grün, wie der Name schon sagt, und er hat zwanzig Prozent.” Mehr ist der schelmischen Frohnatur über das süffige Getränk nicht zu entlocken. „Nur mein Sohn kennt das Rezept, und wir hüten es wie ein Geheimnis.”

Günter Gladen hat sich in die von Werner Bormann zu Papier gebrachten Noten vertieft und kommt zu dem Schluss: „Wir können es ja mal zusammen probieren.” Der Gastronom freut sich und spendiert einen Grünewälder. Dann greift er in die Saiten einer betagten Klampfe, die ihm seine Mutter geschenkt hat, und intoniert mit seiner sonoren Stimme die zweite Strophe seines Liedes: „Das Prinzenpaar der Gü-Ka-Ge, sie alle sind dabei. Die Hamster und die Kolpingschar, die Gänsereiterei. Wir Freunde, wir sind alle gleich beim schönen Karneval und feiern bis zum Zapfenstreich, die Stimmung ist total.”

Die Antwort auf eine Frage zum Lied-Refrain bleibt der Schelm dann allerdings zum guten Schluss schuldig. Was ist denn, wenn der inbrünstig besungene Schatz länger bleiben will als bis morgen früh? Dazu Sohn Frank (20): „Dann gibt es ein Problem.”

Ferdi Dick

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