Sammelband zur Ruhrgebiets-Lyrik erschienen
26.01.2010 | 17:42 Uhr 2010-01-26T17:42:00+0100Wattenscheid. Mit dem Ruhrgebiet verbindet man heute mehr Schriftsteller denn je. Kaum beachtet aber wird die Lyrik, die im Ruhrgebiet geschrieben wurde und wird, nur wenige kennen ihre Traditionen oder jungen Stimmen. Das soll der Sammelband "Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr" ändern.
Gerd Herholz hat zum Kulturhauptstadtjahr den Sammelband „Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr” herausgebracht. Darin vertreten ist auch der Wattenscheider Autor Dr. Artur Nickel. Mit aufgenommen wurde sein Gedicht „der ariadnefaden” aus seinem Band „brückenspiele”. Nickel ist Lehrer an einer Essener Gesamtschule und wohnt in Höntrop.
Das Literaturbüro Ruhr hatte im Sommer 2009 mit der WAZ den Gedichtwettbewerb „Traurige Hurras und freche Verse” ausgeschrieben, an dem sich jeder Teilnehmer mit maximal drei Gedichten beteiligen konnte. Artur Nickel hatte sein Gedicht zugeschickt – es zählte zu den 22, die unter den insgesamt 1400 eingereichten Vorschlägen ausgewählt wurde. „Ein schöner Erfolg”, sagt der 54-jährige Lehrer für Deutsch und evangelische Religion. In seinem Gedicht geht es um den berühmten Faden aus der griechischen Mythologie, der den Weg aus dem Labyrinth weist – eine Art Leitfaden. „Auch das Ruhrgebiet ist derzeit dabei, sich einen Weg zu einer neuen Identität zu suchen.”
„Wir wollten damals nicht allein auf das Eintreffen der Gedichte warten, sondern lasen Gedichtbände von den späten 50er Jahren bis heute, schrieben Lyriker an und baten auch sie um die Zusendung von Gedichten”, so Gerd Herholz vom Literaturbüro. „Zudem luden wir Autoren, Journalisten und Literaturwissenschaftler ein, uns Annäherungen, Meditationen, Interpretationen zu Gedichten von Autoren zu schreiben, die dem Ruhrgebiet auf die eine oder andere Art verbunden waren oder sind.” Der Band enthält 73 Gedichte und elf Interpretationen zu 15 dieser Gedichte: unter anderem Liebes-, Augenblicks-, Reisegedichte, Sprachartistisches, Hermetisches, politische Gedichte.
152 Seiten, 14,95 Euro, Klartext Verlag Essen 2010
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