Saison startet auf der Freilichtbühne
22.05.2011 | 19:08 Uhr 2011-05-22T19:08:00+0200
Wattenscheid.Wenn es einen Wettergott gibt, dann hat der es am Sonntag gut gemeint mit Wattenscheid: Die Eröffnung der Saison 2011 konnte trocken über die Freilichtbühne gehen – und wäre doch fast einer Unwetterwarnung zum Opfer gefallen.
Die Erleichterung ist Bertram Frewer vom städtischen Kulturbüro, das zum letzten Mal für das Bühnenprogramm zuständig ist (WAZ berichtete), deutlich anzumerken. „Das Wetter hat uns heute mächtig mies mitgespielt“, sagt er mit Blick auf die Zuschauerränge, in denen gerade mal die oberen zwei Reihen besetzt sind. Mancher habe es sich angesichts dunkler Wolken und Regenschauer in der Mittagszeit wohl anders überlegt und sei zu Hause geblieben. Aber es hätte viel schlimmer kommen können: „Wir hatten eine Unwetterwarnung, aber die ist – Gott sei Dank – nur Orange gewesen“, sagt Frewer. „In Langendreer war sie Rot.“ Und Rot bedeute: „Wir hätten die Veranstaltung absagen müssen.“
Glück gehabt: Zum Auftakt des bunten Nachmittags, den die Musik-Comedy-Formation „Die Blechharmoniker“ mit dem Radetzky-Marsch einläutete, wagte sich sogar die Sonne zwischen den Wolken hervor. Da war auch Reinigungsfachkraft Waltraud Ehlert alias Esther Münch, die durch das Programm führte, kaum zu bremsen. Mit den Worten „Ihre Rede, Ihr Publikum, Ihr Wattenscheid“, überließ sie Bezirksbürgermeister Hans Balbach das Mikro, stimmte später mit dem Jugend-Musik-Projekt „Ten Sing“ des CVJM als Comedy-Einlage das Lied „Alle meine Entchen“ zur Musik des Queen-Klassikers „We will Rock you“ an und verhalf dann mit ihrem Erdbeer-Kittel dem Direktor von „Wat'n Zirkus“, Jürgen Furmaniak, gar zu „Erdbeerlaune“.
Die konnte Furmaniak auch getrost haben, denn seine Zirkus-AG erntete tosenden Applaus für ihr aktuelles Programm. Ob Jonglage, Einradfahren, Hula-Hoop oder Pantomime – die Schüler der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule zogen die Zuschauer in ihren Bann. Vor allem „Shooting Star“ Sofie mit ihrer Hula-Hoop-Show und Artistik am Vertikalseil – schnodderig kommentiert von Esther Münch: „Also das Gegenteil von horizontal, ne. Und da hängt sich gleich die kleine Elfe in dat Nachthemd rein.“
Und im Laufe des Nachmittags, als die Sonne sich immer öfter zwischen den Wolken hervorwagte, füllten sich auch die Sitzreihen in der Freilichtbühne mehr und mehr – auch wenn das am häufigsten mitgebrachte Utensil der Zuschauer ein überdimensionaler Regenschirm war. Der Wettergott – er hatte ein Herz für Wattenscheid.
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