Rangelei um Platz auf dem Markt

Andreas Klampfl bietet Wildprodukte.
Andreas Klampfl bietet Wildprodukte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Neue Händler begehren einen Stand auf dem beliebten Wattenscheider Wochenmarkt. Ein Beschicker kritisiert verkürzte Zeiten des Marktmeisters

Zu „Handgreiflichkeiten“ soll es schon auf dem Wochenmarkt gekommen sein. Das will der Imkervereins-Vorsitzende und Bienenproduktverkäufer Gerd Bücher erfahren haben. Der Wattenscheider Wochenmarkt sei begehrt. Bücher: „Seit einiger Zeit kommen immer mal wieder neue Händler, die sich keinen Platz gesichert haben und einfach den reservierten Standplatz eines anderen Händlers belegen.“ Da habe es letztens schon mal Ärger gegeben.

Bücher führt als eine der Ursachen ins Feld, „dass der Marktmeister, also der Mann vom Ordnungsamt der Stadt Bochum, seit Jahresbeginn nicht mehr früh um sieben Uhr da ist, sondern manchmal erst um neun. Und auch nicht mehr bis zum Ende bleibt.“

Nun, Bücher zählt mit seinem Imker-Stand zu den sogenannten „Spezialisten“ auf dem Wochenmarkt. Das sind diejenigen, die einmal pro Woche, alle 14 Tage oder nur einmal im Monat den Wochenmarkt beschicken. So der Scherenschleifer, der Wild-Anbieter Andreas Klampfl, ein Taschenverkäufer und eben auch Bücher. Im Gegensatz zu den „Spezialisten“ haben die meisten, vor allem die großen Standbetreiber, die jeden Dienstag und Freitag dabei sind, Festzuweisungen. „Wir Spezialisten reservieren unsere Plätze“, so Bücher. „Kommen wir aber, etwa durch Staus bedingt, zu spät an, ist es passiert, dass fremde Händler den Platz weggenommen haben.“ Und das liege, so Bücher, auch daran, dass der Marktmeister eben nicht mehr in der Frühe vor Ort sei.

Andreas Klampfl ist auch Spezialist, er verkauft Wild-Produkte, kommt nur freitags. Er habe von dem Ärger nichts gehört, „doch kann ich mir das gut vorstellen. Dies ist ein angenehmer Markt. Das spricht sich schnell herum.“

Auf WAZ-Anfrage dazu heißt es von der Stadt: „Es gab wohl eine verbale Auseinandersetzung,“ so Sprecherin Barbara Gottschlich. Das Problem könnte sich aber bald erledigen, da einer der beiden neu hinzu gekommenen Händler zum 1. März eine Dauerzuweisung erhalte. Gottschlich weiter: „Es waren an diesem Tag übrigens zwei Plätze frei.“ Der Markt sei ein gut ausgelasteter Wochenmarkt für Wattenscheid.“ Gottschlich: „Das ist aber saisonal unterschiedlich. Im Frühjahr sind traditionell mehr Marktbeschicker, wie etwa Pflanzenhändler, vertreten.“ Zu den verkürzten Zeiten, die der Marktmeister anwesend sei, sagte Gottschlich: „Uns ist von der Politik eine Kostendeckung von 100 Prozent bis 2016 aufgegeben worden. Damit die Wochengebühren möglichst nicht steigen, kommt unsere Marktaufsicht inzwischen später, dann, wenn die Hauptaufgaben anstehen.“ Dazu zähle das Nachprüfen, ob die Händler ihrer Aufbauverpflichtung nachgekommen seien „und ob das Preisverzeichnis vollständig ist und auch das Kassieren bei den Spezialisten.“