Prunksitzung mal zwei
14.02.2010 | 16:54 Uhr 2010-02-14T16:54:00+0100
Wattenscheid. Zeitgleich feierten die GüKaGe und die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Günnigfeld am Samstag ihre traditionellen Prunksitzungen.
Was gehört zu einer ordentlichen Karnevals-Prunksitzung? Ganz klar: Elferrat, Tanzgarden, Spielmannszüge – und vor allem jede Menge Schunkellieder. Auf den erneuten Wintereinbruch hingegen hätten die Närrinnen und Narren der GüKaGe und Blau-Weiß Günnigfeld, die am Samstag zeitgleich ihre traditionellen Prunksitzungen feierten, wohl gerne verzichtet.
"Freunde der Nacht" ließen sich nicht lumpen
Denn massig Schnee und glatte Straßen hielten wohl den einen oder anderen Narren vom Besuch der Veranstaltungen ab. Zumindest in der Stadthalle, wo die GüKaGe ihre Gala-Prunksitzung abhielt, hat man in den Vorjahren deutlich mehr Besucher gezählt. Am Programm kann's nicht gelegen haben – da hatten die „Freunde der Nacht” sich nicht lumpen lassen und mit dem Parodisten Bernd Müller, dem Kölner Humoristen „Der Leo”, Comedian Sammy Tavalis, der Stimmungsband „Die Dröpkes”, der Showtanzgruppe „Calypso” und dem Trompetencorps „Die Kaafsäck” eine abwechslungsreiche Show mit zahlreichen Höhepunkten auf die Stadthallenbühne gebracht.
Kölsche Lieder sorgen in Wattsche für Stimmung
Und dabei zeigte sich immer wieder aufs Neue: Kölscher Karneval sorgt auch in Wattsche für Stimmung. Bei der Kölner Hymne „Viva Colonia” jedenfalls hielt es das Stadthallenpublikum nicht mehr auf den Stühlen.
Schnell in Stimmung waren auch die Besucher der Pestalozzi-Realschule, wo die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Günnigfeld ihre Jubiläums-Prunksitzung zum 40-jährigen Bestehen abhielt. Jede Menge große und kleine Teufelchen, weiße und gar schwarze Engel, Hexen und Piraten hatten auf der ausverkauften Veranstaltung ihren Spaß.
Gleich zu Beginn sorgten Tanzgarden, Elferrat und das 1. Alt-Bochumer Landsknecht Fanfarencorps für das passende blau-weiße Farbenmeer auf der Bühne – und brachten das närrische Publikum mit Karnevalsschlagern zum Schunkeln und Mitsingen.
Der Elferrat ist das Parlament des Narrenreiches in Karneval. Der Begriff wurde mit der Rheinischen Karnevalsreform 1823 eingeführt und hat seine Wurzeln in der Besetzung der linksrheinischen Region durch Frankreich nach der Französischen Revolution.
Von den ihrer Rechte beraubten Bürgern wurde die Elf im Geiste der Französischen Revolution als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen versinnbildlicht, sozusagen eins neben eins. „ELF“ lässt sich aus den Anfangsbuchstaben der Losung der Französischen Revolution bilden: „Egalité, Liberté, Fraternité“ - „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit“.
Das Moonlight-Duo, der singende Wirt Helmut Schröders, die Heijopais, PS Alex und die Show- und Tanzgarde Herne 87 hatten die Blau-Weißen auf dem Programmzettel – und natürlich jede Menge Tanzeinlagen ihrer Funkenmariechen. Auch allerhand politische Prominenz, darunter Bezirksbürgermeister Hans Balbach, hatte sich in der Realschule eingefunden – und bekam in Anspielung auf das Haushaltssicherungskonzept, die Tränenliste, eine Mahnung mit auf den Weg: „Das närrische Brauchtum muss erhalten bleiben.”
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