Das aktuelle Wetter Wattenscheid 11°C
Wattenscheid

Politik zu Gunsten von Kindern

16.06.2008 | 18:35 Uhr

terre des hommes-AG Wattenscheid-Bochum engagiert sich mit vielfältigen Aktionen, um die Not der Schwächsten zu lindern

Auch auf dem Familienfest am Wochenende baute die terre des hommes-AG ihren Stand auf. Christiana Obermüller fertigte mit (v.l.) Melissa, Arber und Genti Handabdrücke zur Kampagne gegen das Kindersoldatentum. Fotos: WAZ, Schumacher/Gatzmanga

WAZ-SERIE WAT GUT TUT Die alljährliche Fahrradbörse hat sie gerade hinter sich, auf dem Familienfest der Bezirksvertretung war sie mit einem Infostand vertreten und das Hauptaugenmerk liegt dieser Tage auf der Rote-Hand-Kampagne gegen den Missbrauch junger Menschen als Kindersoldaten: Die Wattenscheid-Bochumer Arbeitsgruppe der Kinderhilfsorganisation terre des hommes ist äußerst rege und seit mittlerweile 20 Jahren schier untrennbar mit dem Namen ihrer "Frontfrau" Christiana Obermüller verbunden.

Diese weiß auch, warum die hiesige Gruppe von terre des hommes Deutschland unter dem Namen Wattenscheid-Bochum und nicht etwa umgekehrt firmiert: "Als die beiden AGs fusionierten, bestand die Bochumer Gruppe gerade mal aus einer Person, da waren wir Wattenscheider in der stärkeren Position", erläutert Obermüller und lacht - Eingemeindung mal andersherum.

Dabei waren die Wattenscheider Mitstreiter Obermüllers damals selbst gerade einmal eine handvoll. Das hat sich bis heute nicht geändert. Auf sechs Personen, die regelmäßig mitarbeiten, kommt die AG Wattenscheid-Bochum momentan.

"Dafür stellen wir eine ganze Menge auf die Beine. Vier Frauen und zwei Männer sind wir. Bunt gemischt - eine Pharmareferentin, eine Bestatterin, Medizinisch-Technische Assistentin, ein Lebenskünstler und ein Student der Bauingenieurwissenschaften", zählt Obermüller auf, die selbst hauptberuflich als Spielgruppenleiterin im Kindergarten der Widar Schule arbeitet.

Warum sich die Mutter zweier Söhne nicht nur beruflich, sondern auch ehrenamtlich für das Wohlergehen von Kindern engagiert, begründet sie: "Ich hatte irgendwann das Bedürfnis, all den schrecklichen Nachrichten über die Armut von Kindern in aller Welt etwas Positives entgegen zu setzen. Was mich gerade an terre des hommes faszinierte war, dass man in dieser Organisation ehrenamtliches und politisches Engagement zu Gunsten von Kindern miteinander verbinden kann."

Tatsächlich legt man gerade bei terre des hommes Deutschland Wert auf Problemlösungsansätze, bei denen Impulse auf die politischen Entscheidungsträger gerichtet werden, damit soziale Missstände verschwinden oder zumindest gemildert werden. Obermüller: "Ich denke da an unsere Kampagne gegen ausbeuterische Kinderarbeit in der Teppichindustrie. Da haben wir viel bewirkt. Gleiches gilt für die Kampagne gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Bei einem Kongress in Stockholm haben wir auf die Tourismusbranche eingewirkt und auch erreicht, dass Fluggesellschaften ihren Passagieren mahnende Kurzfilme bei Reisen in die entsprechenden Länder wie etwa Thailand gezeigt haben."

Auch das Zusatzprotokoll zur UN-Resolution zur Kindersoldaten-Problematik stellt die terre des hommes-Mitarbeiterin in diesen Zusammenhang. Bei aller Freude über das Erreichte, gerät Christiana Obermüller nicht ins Jubeln: "So richtig fertig sind wir niemals. Oft gelingt es uns, Meilensteine auf dem Weg zu einer besseren Welt für Kinder zu setzen, aber wir dürfen uns nicht auf ihnen ausruhen, sondern müssen Politik permanent beeinflussen. Es gilt: Stets prüfen: Was wurde versprochen - und wird es auch gehalten?"

Von Bernd Nickel

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/893349/create

Aktuelle Fotos und Videos
Weltspieltag
Bildgalerie
Spielfest
Ein Platz nicht nur für Kinder
Bildgalerie
Spielplatz
Abenteuerspielplatz
Bildgalerie
Modellprojekt
Rundgang im Thorpe Museum
Bildgalerie
Heimatmuseum
Aus dem Ressort
Bei den „Fotografien – Alfred Winter“ steht immer der Mensch im Fokus
WAZ-Ausstellung
Jetzt ist sie in Wattenscheid: die Ausstellung „Alfred Winter – Fotografien“. Über ein halbes Jahr lang zeigte das Bochumer Stadtarchiv, Zentrum für Stadtgeschichte, diese Ausstellung – mit viel Erfolg und großer Resonanz. Doch muss „WAZ-Winter“ natürlich auch in Wattenscheid ausstellen. Und wo?
Neues Projekt für Kinder
Benefizkalender
„Große Herzen für kleine Kinder“ lautet das Motto der Benefizkalender-Aktion, die seit Jahren eine Erfolgsstory ist. Auch die 7. Auflage „WAT ein Panorama 2012“ hat viel Geld für die Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid eingebracht. 10 000 Euro kamen diesmal