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20.06.2007 | 09:22 Uhr

Herbert Malcus (73) spielt seit 60 Jahren Tischtennis. Der mehrfache Kreis- und Bezirksmeister tritt noch heute in einer Senioren-Mannschaft gegen "40-jährige Hüpfer" an

Seine große Liebe galt eigentlich dem Fußball: Von 1945 bis 1947 spielte Herbert Malcus in der Schülermannschaft von Wattenscheid 09. Doch weil seine Eltern es sich in der Nachkriegszeit nicht leisten konnten, dem damals 14-Jährigen neue Fußballschuhe zu kaufen, landete er beim Tischtennis. Ein Schritt, den Malcus niemals bereut hat: Noch heute steht er an der Platte - mit fast 74 Jahren. Und den Schläger aus der Hand legen, das will er noch lange nicht: "Erst wenn ich umkippe."

Stadt-Jugendmeister 1949, Verbandsmeister 1959/60, mehrfacher Kreis- und Bezirksmeister: Die Liste von Herbert Malcus' Erfolgen ist lang. "Das hätte ich im Fußball wohl nicht gehabt", sagt er. Gern erinnert sich der 73-Jährige an die Anfänge beim TV 01: Mit drei Freunden ging er in den Tischtennisverein. "Wir haben damals alles gemeinsam gemacht."

Trainiert wurde im Saal der damaligen Gaststätte "Beckmann-Bien": "Das war bei den meisten Vereinen so, es gab ja kaum Sporthallen nach dem Krieg." Immerhin: Die Tischtennisschläger wurden vom Verein gestellt, spezielle Schuhe brauchte man nicht - so blieb Herbert Malcus dabei. "Es hat mir ja auch Spaß gemacht - und ich hatte Erfolge."

In der Landesliga-Niederrhein spielte er mit dem TV 01 Anfang der fünfziger Jahre. "Das war die zweithöchste Klasse direkt unter der Oberliga." An Brett eins spielte Malcus damals schon - obwohl er der Jüngste in der Mannschaft war: "Die anderen waren alle schon über 30 - deshalb wurde die Tischtennis-Abteilung auch 1955 aus Altersgründen geschlossen." So wechselte Malcus 1956 zur DJK Altstadt, heute die DJK Wattenscheid - und fuhr nach Frankreich. "1958 hat eine Verbandsauswahl an einem Turnier in Paris teilgenommen, und ich war als einziger Wattenscheider dabei", erinnert er sich. Seine Startnummer, die 55, hat er bis heute aufbewahrt.

Heute ist Herbert Malcus selbst einer der Ältesten - aber weit davon entfernt, aus Altersgründen aufzuhören. Im Gegenteil: Mit einer Oldie-Mannschaft tritt er in der dritten Kreisklasse teilweise gegen "40-jährige Hüpfer" an. "Wir sind der einzige Verein im Kreis, vielleicht sogar im Bezirk, der eine komplette Mannschaft aus über 70-Jährigen zusammen bekommen hat. Bei mancher Mannschaft ist vielleicht ein Alter dabei - aber wir kommen gleich mit sechs Alten an."

"Von der Leistung her", gibt sich Malcus kritisch, "bringen wir vielleicht nicht mehr so viel - aber die Hauptsache ist doch: Wir spielen noch."

"Wir bringen nicht mehr viel Leistung, aber Hauptsache wir spielen noch."

Von Annette Wenzig

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