Ödes Grau weicht Stein für Stein
24.10.2008 | 18:47 Uhr 2008-10-24T18:47:19+0200Mosaikbilder werten triste Flure der Pestalozzi-Realschule auf. Jugendliche schlüpften in ihrer Freizeit in die Rolle der Künstler. Hilfe von Lehrern und von Mitarbeitern des Berufsbildungszentrums
Trist und grau - Die Flurwände der Pestalozzi-Realschule an der Graf-Adolf-Straße gaben bislang eher Anlass zum Wegschauen. Bei diesem Anblick war es für Rektorin Silvia Zens und die Schüler keine Frage, dass die Lernstätte dringend einen freundlicheren Anstrich benötigte. Mit Hilfe aus dem Kollegium und von Mitarbeitern des Wattenscheider Berufsbildungszentrums (WBZ) entstanden bunte Mosaikbilder, die Farbe ins öde Einerlei bringen.
Wie störend und ausladend der Anblick grauer Flure gewirkt haben muss, zeigt alleine die Tatsache, das Jugendliche aller Jahrgangsstufen bereitwillig ihre Freizeit opferten, um ihre Lernstätte aufzupeppen. "Die Wände waren viel zu kahl", meint Lukas Wilms (16). Gestartet im April, haben die Schüler immer montags zwei bis drei Stunden investiert, um die Arbeiten voranzutreiben. "Es war kein Zwang, und wir konnten uns die Zeit selbst einteilen. Außerdem hat es Spaß gemacht", betont Michaela Möser (15). Mitstreiterin Lesly-Ann Wittkämper freut sich auch "über die Wirkung, die die Bilder auf andere haben".
In der ersten Etage bieten Nashörner, Giraffen und Elefanten einen tierischen Anblick, eine Treppe höher wird's orientalisch. Da grüßt der Kleine Muck von seinem fliegenden Teppich, und Gebäude wecken Erinnerungen an 1001-Nacht. In einem weiteren Flur hat der Wald die Wände erobert, dort sollen Strahler in naher Zukunft die Werke gar ins rechte Licht rücken. Silvia Zens weiß, dass noch mehrere Stellen im Gebäude für eine Verschönerung in Frage kommen: "Im Gang zum Chemiebereich wird demnächst eine Eislandschaft entstehen."
Am Engagement der Schüler mangelt es nicht, und auch die Lehrer Matthias Gries und Barbara Jocksch haben für die künstlerische Umsetzung noch einige Ideen. Aufwändig ist alleine die Besorgung des Materials. "Ich habe schon Nachmittage in Bauhäusern verbracht, auf der Suche nach farbigen Fliesen. Schließlich dürfen die Materialien nichts kosten", erklärt die Schulleiterin. Die bisherigen Ergebnisse gefallen allen Beteiligten, Michaela Möser findet es toll, "dass wir verschiedene Themen umsetzen. Und weil nicht alles so perfekt ist, wirken die Bilder auch spielerischer".
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