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Neuer Chef der „Märkischen“

07.07.2010 | 15:56 Uhr
Neuer Chef der „Märkischen“
Alfred Pieper-Eiselen wird zum 1. August Schulleiter der Märkischen Schule. Foto: Thomas Schild

Wattenscheid.Der neue Chef ist im Gymnasium an der Saarlandstraße ein „Altbekannter“. Alfred Pieper-Eiselen (59) wird zum August Nachfolger von Heinz Senf, dem langjährigen Direktor der „Märkischen Schule“. Pieper-Eiselen ist seit sechs Jahren sein Stellvertreter.

Zum ersten Mal hat die „Märkische“ nach den entsprechenden Vorgaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung die Möglichkeit gehabt, den neuen Schulleiter selbst vorschlagen zu können – und wollte dafür den „Vize“. Alfred Pieper-Eiselen kennt die „Penne“ seit 1996, als er nach beruflichen Stationen in Bottrop und Herne in die Hellwegstadt wechselte und im Gymnasium den Posten des Oberstufenkoordinators übernahm; er hat also genaue Einblicke bei den Räumlichkeiten, den Strukturen und dem Kollegium. Und muss kurz vor den Sommerferien bei diesem Thema mit den Fakten klar kommen: Fünf Pädagogen aus dem Kollegium scheiden aus oder wechseln. Dafür gibt es zwar Ersatz, „aber wir haben Mangel in den Fächern, Sport, Physik, Deutsch, Englisch, Mathematik, evangelische Religion, Musik und Geschichte“.

Das kennt er schon, betont aber, dass „mein Grundeinsatz derselbe sein wird wie bisher, denn ich bin von unserem Schulprogramm mit seinen zentralen Werten überzeugt. Darin geht es unter anderem um die hohe fachliche Ausbildung der Schüler, die Förderung von Einzelnen, und ein Klima ohne Ellbogen-Konkurrenz. Diese Prinzipien will ich weiter umsetzen“, sagt der Studiendirektor.

Was kommt auf das Gymnasium in der Zukunft an generellen Veränderungen zu? „Sicherlich die Entscheidung über den Ganztagsbetrieb; ob pädagogische Betreuung bis um halb vier, die wir jetzt anbieten, oder die gebundene Ganztagsschule. Letzteres hängt aber auch von den Rahmenbedingungen ab. Denn dafür brauchen wir nicht nur eine Mensa, sondern auch einen zwanzigprozentigen Personalzuschlag plus Arbeitsräume für die Kollegen. Unsere Meinungsbildung findet zurzeit statt, eine Projektgruppe prüft das über anderthalb Jahre. Ein Antrag für den gebundenen Ganztagsbetrieb müsste für das Jahr 2013 gestellt werden.“

Grossbetrieb
Bessere Ausstattung

Bessere technische Ausstattung der „Märkischen“ steht ebenfalls auf dem Wunschzettel: Elektronische Tafeln gehören dazu, aber eine davon kostet etwa 5000 Euro. Dazu müssten dann auch etwa 30 Laptops angeschafft werden, damit die Tafel von Schülern in direkter Verbindung genutzt werden kann. „Die Stadt als Schulträger setzt auf diese Entwicklung“, sagt die Schulleitung. Im „Großbetrieb Gymnasium“ an der Saarlandstraße sind täglich um die 1050 Schüler beschäftigt, dazu etwa 70 Lehrkräfte.

Noch eine Änderung wartet: „die gemeinsame Schule für Behinderte und Nichtbehinderte. Das soll nach dem Willen der Landesregierung sehr bald kommen. Aber ich frage mich: Sind Gymnasiallehrer dazu ausgebildet? Wobei ich betone, dass ich sehr für Gleichstellung und Nicht-Diskriminierung eintrete.“ Nicht zu vergessen seien das Zentralabitur und die Lernstandserhebung in Klasse acht.

Bleibt noch sein Wunschzettel für die „Märkische“. „Gebäude müssen saniert werden, vor allem Fenster. Geld aus dem Konjunkturpaket zwei haben wir zwar beantragt, aber nicht bekommen. Zumindest sind wir in das Sanierungsprogramm für Türen aufgenommen worden. Um die 80 davon müssten ausgetauscht werden.“

Alfred Pieper-Eiselen wechselt nach den Ferien sein Büro und zieht direkt neben das große Lehrerzimmer, dann als Oberstudiendirektor. Ob seine beiden Türen noch funktionieren oder auch ein Fall für die Instandsetzung sind, bleibt in der Benotung unerwähnt.

Rolf Schulte

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