Neue Zeitrechnung im Helfs Hof

Wattenscheid..  Vor kurzem feierte der Heimat- und Bürgerverein (HBV) sein Sommerfest am Helfs Hof, damit läutete die Gruppe gleichzeitig ein neues Zeitalter für das Heimatmuseum in Sevinghausen ein. Denn schon ab dieser Woche ändern sich die Öffnungszeiten der Einrichtung. Bald darauf hofft der HBV, auch mit einem virtuellen Museum an den Start gehen zu können.

Aber der Reihe nach: Zunächst einmal besteht für Interessierte ab 2. Juli die Chance, die verlängerten Öffnungszeiten des Heimatmuseums zu nutzen. Von Donnerstag bis Sonntag wird ein Rundgang durchgehend und ganzjährig zwischen 11 und 17 Uhr möglich sein. Die Öffnungszeiten sind vereinbart zwischen HBV und Kulturbüro.

Passend dazu präsentiert der HBV als inhaltlicher Träger ein neues Exponat. Eduard Rybinski, früherer Vorsitzender der KAB Wattenscheid, hat dafür gesorgt, dass die Fahnensammlung im Helfs Hof ab sofort durch ein Banner des St. Paulus-Arbeitervereins von 1932 ergänzt wird. 1,10 Meter im Quadrat, besteht die Fahne aus Samt, Seide und Goldkanten, zeigt den heiligen Paulus. „Gerechtigkeit, Opfermut, Sparsamkeit, Sanftmut“, steht darauf geschrieben.

Die Fahne wurde 1932 zum 50-jährigen Bestehen des Vereins in Auftrag gegeben, lagerte bis in die 80er Jahre hinein im Keller des Kolpinghauses – während des Krieges wurde sie dort untergebracht. Für 700 D-Mark ließ die KAB Propstei als Nachfolgeorganisation das Banner restaurieren, doch die Gruppe löste sich auf. „Es ist schön, dass die Fahne nun wieder zur Geltung kommt. Schließlich steht sie für ein starkes Stück Wattenscheider Stadt- und Kirchengeschichte“, betont Rybinski, KAB-Vorsitzender von 1986 bis 2000. Seine Schwiegertochter Kordula Rybinski stellte übrigens als Standesbeamtin im Helfs Hof den Kontakt zum HBV her.

Doch sollte es zukünftig nicht nur möglich sein, Ausstellungsstücke wie die historische KAB-Fahne vor Ort zu sehen. Ein „virtuelles Museum“ könnte das Angebot ergänzen. In einer Anfrage der FDP/UWG-Fraktion hieß es dazu bereits im Kulturausschuss des Rates: „Mit Tastatur und Mausklick könnten am Computer Räume mit ausgewählten Werken aus der Sammlung des Museums besucht werden. Könnte oder sollte diese Idee auch in städtischen Museen angewendet werden (etwa im Heimatmuseum Helfs Hof oder in den Museen im Haus Kemnade)?“

Eine Antwort liegt seitens der Verwaltung noch nicht vor. „Wir befinden uns aber in guten Gesprächen. Die Anfrage ist wohlwollend aufgenommen worden“, schildert Klaus-Peter Hülder (UWG).