Neue Flüchtlingsquartiere im Fokus

Der Sportplatz an der Höntroper Straße
Der Sportplatz an der Höntroper Straße
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid..  Auf der Vorschlagsliste der Stadt Bochum für neue Flüchtlingsquartiere stehen für den Bereich Wattenscheid fünf Großstandorte. Diese Liste ist heute u.a. Thema in der Bezirksvertretung.

Es geht um folgende Flächen: Sudholzstraße bei Nummer 170 (verpachtete landwirtschaftliche Fläche, verfügbar ab 10/2016) sowie der Sportplatz Höntroper Straße mit jeweils bis zu 450 Plätzen; Gewerbeimmobilie an der Kantstraße bei Nr. 13 (bis zu 300 Plätze); Freifläche Metternich-/Ottostraße (ehemals Autokino) und Freifläche an der Blücherstraße bei Nr. 57 („Im neuen Felde“) mit jeweils 450 Plätzen. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Quartiere mindestens fünf Jahre Bestand haben.

So gut wie sicher ist, dass der Sportplatz schon bald (angeblich im Mai) entfällt. Als Ersatz sollen dem FC Höntrop 80 als Hauptnutzer – der sich durch den Umzug in seiner Existenz bedroht sieht – Trainingszeiten auf dem Sportplatz Auf dem Esch angeboten werden, zudem soll dort ein Bolzplatz errichtet werden. Unklar ist, was mit dem Schulsport passiert, der bisher auf dem Sportplatz an der Höntroper Straße stattfand (Realschule und Widar Schule).

Bürger üben Kritik

Unter den Bürgern bzw. Anwohnern hat sich bereits Protest formiert. So wird beklagt, dass die Fläche an der Blücherstraße neben der Schießsportanlage liegt und in der Südfeldmark schon zahlreiche Flüchtlinge untergebracht sind.

Höntrop hätte dann drei Großstandorte (Auf dem Esch, Höntroper Straße, Sudholzstraße). Schon die teils hochemotionale Bürgerversammlung zur Anlage Auf dem Esch zeigte, wie viel Zündstoff besonders die Großquartiere bergen. Und die Fläche an der Sudholzstraße sei unverbauter Teil eines intakten Landschaftsschutzgebietes, der bäuerlich genutzt wird, lautet außerdem ein Kritikpunkt.

Am 16. Februar tagte zu der Standort-Thematik bereits der Ältestenrat der Bezirksvertretung, die heute ab 16 Uhr im WAT-Rathaus zusammenkommt. Im März soll dann der Stadtrat über weitere Flüchtlingsquartiere in ganz Bochum entscheiden.

Die Stadt Bochum ist gesetzlich verpflichtet, Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen – zurzeit jede Woche etwa 150 neue. Auf die Anzahl der Zuweisungen sowie die Dauer und den Verlauf der Verfahren hat sie keinen Einfluss. Daher bemüht sich die Stadt schon seit Monaten, immer wieder neue Standorte für Unterkünfte zu finden, herzustellen und einzurichten. Aktuell schlägt die Verwaltung der Politik daher mehrere weitere Standorte in Bochum vor, darunter stehen diese fünf in Wattenscheid auf der Liste.

Bereits beschlossen ist wie berichtet die Errichtung von Großunterkünften Auf dem Esch in Höntrop (rund 340 Plätze) sowie auf dem großen Parkplatz neben dem Holland-Förderturm (220 Plätze). Hierfür sind bereits vorbereitende Arbeiten angelaufen.

Existierende Flüchtlingsquartiere in Wattenscheid liegen u.a. an der Ruhrstraße 30 (ehemals Grundschule), Fröbelstraße 5 (ehemals Hollandschule), Elisabethstraße 2 (ehemals Swidbertschule), Heimstraße 1-9, Günnigfelder Straße 124, Voedestraße 58, Roonstraße 1 (ehemalige Südfeldmarkschule/Turnhalle).