Neuanschaffungen liegen auf Eis

Christina Werdelmann (FV LiesWAT/v.l.), Sylvia Sommerfeld (Bücherei), Dirk Plewka (Leiter Bücherei) und Astrid Kern (LiesWAT) in der Bücherei.Foto:Dietmar Wäsche
Christina Werdelmann (FV LiesWAT/v.l.), Sylvia Sommerfeld (Bücherei), Dirk Plewka (Leiter Bücherei) und Astrid Kern (LiesWAT) in der Bücherei.Foto:Dietmar Wäsche
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Medienstillstand in der Stadtbücherei wegen finanziellem Engpass. Erst muss der städtische Haushalt genehmigt sein. Förderverein LiesWAT! ist besorgt

Wattenscheid..  Den einen oder anderen fragenden, teilweise enttäuschten Bürgerblick kann man derzeit in der Stadtbücherei Wattenscheid ausmachen. Dort bleiben die Regale mit Neuheiten seit dem 1. Januar leer. Aktuelle Belletristik-Bestseller sucht man vergebens. Ebenso herrscht Stillstand bei CDs, DVDs und Hörbüchern. Schuld an der misslichen Lage ist erneut der finanzielle Engpass, denn: „Auch die Stadtbücherei ist in der aktuellen Haushaltssituation an die für alle Fachbereiche geltenden städtischen Regelungen gebunden“, teilt Pressesprecher Oliver Trappe mit.

„Das heißt, sobald der Haushalt genehmigt ist, kann die Stadtbücherei über ihren Medienetat von geplanten rund 403 000 Euro und 22 000 Euro für die OnleiheRuhr verfügen und damit rund 23 000 Medien im Jahr einkaufen“, so das offizielle Statement der Stadt weiter. Die genannten Zahlen beziehen sich auf die Zentralbücherei sowie alle sechs Zweigstellen.

Offen bleibt indes, wann mit einer Freigabe zu rechnen ist. Welchen Anspruch man eigentlich verfolgt, ist hingegen kein Geheimnis: „Die Stadtbücherei setzt alles daran, durch ein attraktives Angebot an Medien und Veranstaltungen möglichst viele Nutzer anzusprechen“, weiß Trappe stellvertretend zu berichten.

Hiesige Leserschaft zufriedenstellen

Bleiben jedoch die „Bücher-Bonbons“ weiter aus, könnte dies Auswirkungen auf die Besucherzahlen haben. Am Ende dieser Gedankenkette befänden sich letztlich Statistiken, die sinkende Ausleihen verkünden würden.

Beteiligte suchen bereits nach Alternativen. Der Förderverein „LiesWAT!“ der Wattenscheider Bücherei hat sich eingeschaltet: „Wir werden versuchen, den aktuellsten und dringendsten Bedarf zu ermitteln“, lässt Astrid Kern, Vorsitzende des Fördervereins, wissen. Man befände sich in einer „schwierigen Situation, da es nicht unsere Aufgabe ist, die Stadt zu entlasten. Aber natürlich müssen wir Wattenscheid sinnvoll unterstützen und die hiesige Leserschaft zufriedenstellen“, so Kern.

Ihre Vertreterin Christina Werdelmann weist auf einen weiteren wichtigen Aspekt hin: „Auch wir haben nur ein begrenztes Budget und müssen das gesamte Jahr im Auge behalten.“ Ganz oben auf der LiesWAT-Agenda steht die Finanzierung von Lesungen und anderen Veranstaltungen, die das kulturelle Angebot erweitern sollen. „Schon diese Aufgabe wurde dadurch erschwert, dass die Mitarbeiter der Bücherei angehalten sind, weniger Überstunden zu leisten. Aktionen machen jedoch meist abends, außerhalb der Öffnungszeiten Sinn“, so die beiden Vorsitzenden Kern und Werdelmann. Das weitere Vorgehen werde nun beraten, mögliche Anschaffungen aus LiesWAT-Mitteln mit der Bücherei abgestimmt. Derweil hoffen alle Parteien auf eine baldige Budget-Freigabe.