Netzwerk setzt auf aktive Hilfe

Einige der Mitglieder des Günnigfelder Netzwerks: Alle 14 Tage treffen sie sich mit den Flüchtlingen. Fotos:Gero Helm
Einige der Mitglieder des Günnigfelder Netzwerks: Alle 14 Tage treffen sie sich mit den Flüchtlingen. Fotos:Gero Helm
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Günnigfelder Flüchtlingshilfe lädt regelmäßig zum „Treff international“ in den Marienhof ein. Der Kontakt zu Hilfe suchenden Menschen wird immer besser

Das „Netzwerk Flüchtlingshilfe“ Günnigfeld lädt wieder ein zum „Treff international“. Dieses findet am Montag, 20. Juli, um 17.30 Uhr im Marienhof an der Günnigfelder Straße 34 statt. Für die Gruppe ehrenamtlicher Helfer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gemeinsam mit den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden den Flüchtlingen in Günnigfeld zu helfen, ist dieser regelmäßig stattfindende Termin sehr wichtig. „Wir wollen nicht nur betreuende Helfer sein, sondern fühlen uns den Flüchtlingen auch freundschaftlich verbunden“, schildert die Mitwirkende Gisela Fries-Oehlschlägel.

Sprachkurs und Gymnastikgruppe

„Daher laden wir Flüchtlinge, Helfer und alle Interessierten an diesem Nachmittag zu zwanglosen Gesprächen, Spielen und einem kleinen Imbiss ein. Gäste sind uns immer willkommen.“ Wer möchte, könne eine Kleinigkeit an Speisen, einen Saft oder Spiele für Kinder und Erwachsene (Federball, Boule, leichte Brettspiele) mitbringen. Das Netzwerk will den Flüchtlingen ein Gesicht geben, für Verständnis statt Ablehnung, für Mitgefühl statt Gleichgültigkeit werben und damit ein Stück Normalität herstellen. So formuliert es Gisela Fries-Oehlschlägel im Sinne aller Beteiligten und Engagierten. „Die Zahl der Aktiven im Netzwerk ist auf 15 gestiegen.“ Und: „Jeder bringt die Zeit ein, die er zur Verfügung hat.“ Sehr engagiert seien etwa die Günnigfelder Sportvereine.

Die ersten Flüchtlinge sind Anfang März in die Günnigfelder Straße 124 eingezogen. Sofort haben sich die beiden Kirchengemeinden, Vereine und Organisationen sowie Privatleute zusammengeschlossen und das Netzwerk gegründet. Das Anliegen war, die Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen den Einstieg zu erleichtern, helfen, wo Hilfe nötig ist.

Der „Treff international“ findet mittlerweile alle 14 Tage im Marienhof statt. Gisela Fries-Oehlschlägel: „Es ist eine Freude, zu sehen, wie die Kinder über alle Sprachbarrieren hinweg miteinander umgehen und spielen. Und Erwachsene kommen auch.“

Im Haus an der Günnigfelder Straße 124, so weiß Gisela Fries-Oehlschlägel, wohnen jetzt 80 Menschen in 16 separaten Wohnungen. 43 von ihnen seien Kinder, vom Baby- bis zum Berufskolleg-Alter. Verständigt werde sich oft mit Händen und Füßen aber auch via Smartphone, das Gesagtes automatisch übersetzt. Einige Flüchtlinge sprechen ein bisschen Englisch.

Das Netzwerk hilft und begleitet bei Behörden- oder Arztbesuchen, begleitet aber auch zur Tafel, zur Kleiderkammer, zur Stadtbücherei und hilft bei der Orientierung im Stadtteil. Sogar ein Sprachkursus in Deutsch — mit Kinderbetreuung – werde jetzt einmal pro Woche von einer ehemaligen Lehrerin angeboten. Und sogar eine Gymnastikgruppe nur für Frauen ist entstanden.