Nachspiel für „Fan“-Ausschreitungen

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Was wir bereits wissen
Polizeisprecher Meng: „Konsequent mit jeder Strafverfolgung umgehen.“ Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen

Wattenscheid..  Ein Nachspiel wird das Regionalliga-Spiel der SG Wattenscheid 09 gegen die U23 des VfL Bochum am vergangenen Donnerstag haben. Laut Polizeisprecher Guido Meng werde „konsequent mit der Strafverfolgung umgegangen. Jeder Verstoß, der durch Beweise und Video zu belegen ist, wird verfolgt. Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen.“

Beweismittel und Videoaufnahmen

Polizeisprecher Meng ließ gestern die Vorfälle bis hin zu den Ausschreitungen Revue passieren. So seien schon vor dem Spiel, gegen 18.10 Uhr, rund 60 SGW-„Fans“ durch die Wattenscheider Fußgängerzone gezogen, hätten Böller geschmissen und damit auch eine Frau an der Hand verletzt. Als Tatverdächtiger sei ein 15-Jähriger schon vor dem Spiel festgenommen worden. Gegen ihn sei ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden. Auch bei den Einlasskontrollen ins Lohrheidestadion seinen bei heimischen, also 09-Anhängern, weitere Böller gefunden und sichergestellt worden. Um 19.28 Uhr dann hätte der VfL-Anhang Böller und Rauchbomben gezündet. 40 von ihnen hätten versucht, in den SG 09-Fanblock herüber zu rennen, was die Polizei aber verhindert habe. Dabei hätte, so Polizeisprecher Meng weiter, ein Bochumer „Problem-Fan“ einen Polizeibeamten angegriffen. Es wurden Strafanzeigen erstattet wegen Widerstand, Landfriedensbruch, Tumulten. Drei Minuten später seien wiederum etwa 20 SGW 09-Fans „aktiv“ geworden, hätten einen Ordner niedergeschlagen und versucht, in den Gästeblock zu rennen. Auch hier wurden Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch verhängt.

Nach dem Spiel begleitete die Polizei die VfL-Fans vom Stadion aus zum August-Bebel-Platz, wo es wiederum Böllerwürfe gegen Beamte und Reiterstaffel gegeben habe.

Gegen 22.30 Uhr sei es in Höhe der Friedenskirche an der Ost-/Hochstraße erneut zu Auseinandersetzungen zwischen den konkurrierenden Lagern gekommen, bei denen Biergläser, Flaschen und Bierzeltgarnituren geflogen seien (WAZ berichtete). Ein Wattenscheider Fan sei verletzt worden. Zwei weitere Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Auch hier gab es Festnahmen und Anzeigen.