Musikschule lebendig gestalten

Omid Pouryousefi in seinem „Büro“ in Raum 3 - dieser Raum soll vor allem durch Malereien gestaltet werden.Fotos:Gero Helm
Omid Pouryousefi in seinem „Büro“ in Raum 3 - dieser Raum soll vor allem durch Malereien gestaltet werden.Fotos:Gero Helm
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
X-Vision beendet Umzug in die Steinstraße und startet jetzt komplettes Programm. Bürger können die neuen Räumlichkeiten mitgestalten

Die Räume sind bezogen, die Wände noch recht kahl. Das soll sich schnell ändern. Seit gut einer Woche hat das Zukunftshaus X-Vision seinen Sitz von der Swidbertstraße in die Wattenscheider Musikschule verlegt. Die Geschicke werden nun von der Steinstraße aus gelenkt, Angebote dort durchgeführt. Der neue Schwung müsse nun im Altbau sichtbar werden.

Projektleiter Omid Pouryousefi (42) hat klare Vorstellungen und bietet Interessierten eine Chance: „Leute, die ein Händchen für Gestaltung und Design haben, sind am Wochenende eingeladen. Es muss Leben und Farbe hereinkommen.“ Jeder Vorschlag, sei es eine kreative Wandmalerei oder eine Möbelspende, wird ernstgenommen, verspricht Pouryousefi: „Wir sehen uns als ,Bürgerhaus’. Es soll endlich ein zeitgemäßer Treffpunkt entstehen, den man mit erhobenem Haupt betreten kann. Das schließt Ausstattung und Gestaltung mit ein. “

Kreative Lösungen suchenund kompromissbereit sein

Innerlich wie äußerlich sollen neue Impulse das Bauwerk mit Musik, Theater, Tanz und Bewegung füllen. Dazu bedürfe es neuer Strukturen und Angebote, die zusammen mit den Verantwortlichen Manfred Grunenberg (Leiter Bochum) und Eckart Poertgen (Bezirksleiter WAT) entwickelt werden: „Wenn ich durch die Flure gehe, höre ich Kinder und Jugendliche, die auf klassischen Instrumenten spielen. Als Musikproduzent habe ich sofort viele Songideen mit elektronischen Elementen im Ohr“, schwärmt Pouryousefi.

Zwei Räume hat X-Vision bezogen. Der kleinere „Raum 3“ beherbergt sein überschaubares Büro, bestehend aus einem spartanischen Tisch und seinem PC. „Das wird sich ändern. Ein großer Bildschirm wird angebracht, der Raum generell offen für alle sein, nicht nur für mich.“ Renoviert ist er bereits: „Der Vater eines X-Vision Teilnehmers ist Maler und Lackierer. Er hat kostenlos in seiner Freizeit Wände verputzt, gestrichen und neues Laminat verlegt. Solche Unterstützung brauchen wir.“

Da keine Fördermittel für den Umzug vorhanden sind, müsse man kreative Lösungen suchen und kompromissbereit sein, so Pouryousefi: „Die Haushaltslage ist leider schwierig, wir erwarten nichts. Unser Gesamtkonzept ist durchdacht, aber wir müssen experimentieren.“ Das Musik- und Videostudio wird daher nun doch im deutlich größeren „Raum 1“ betrieben, weitere Umbauten sind nötig, „geschätzte Ausgaben von 70 000 Euro aber völlig utopisch“. Perfekt geeignet für die geplante Produktionsstätte wären die Kellerräume. Dort fehlt allerdings ein Notausgang, der frühestens in 2017 realisiert werden könnte. Gemeinschaftsräume können derweil schon genutzt werden.

Der Dreijahresplan aller Beteiligten ist dennoch ambitioniert. Es gelte, eine Vorzeigemusikschule, „ein echtes Zukunftshaus aufzubauen. Potenzial ist vorhanden und wir halten uns nicht mit langen Reden auf“, gibt Pouryousefi das Credo vor.