Mobilität ist ein Geschenk
25.04.2008 | 18:45 Uhr 2008-04-25T18:45:51+0200Skrupellose Kriminelle stahlen Fritz Neumann (80) seinen Elektro-Rollstuhl. Gute Menschen aus Duisburg hörten von seinem Schicksal und sorgten für Ersatz
Fritz Neumann ist froh. Mit dem Elektro-Rollstuhl fährt er auf dem Gehweg an der Voedestraße hin und her - probiert mal diesen Hebel, mal jenen Schalter und strahlt: "Ganz schön schnell das Ding. Ich freue mich und bin dankbar."
Sein Dank gilt vor allem Dieter Robach und Achim von Wehrden, aber auch Heinz Herbert Butt. Die drei haben dem 80-Jährigen jene Mobilität wiedergegeben, die ihm gewissenlose Kriminelle vor etwa drei Wochen raubten.
Damals hatte der schwerstgehbehinderte Rentner seinen Elektro-Rollstuhl in der Einfahrt eines Hauses an der Voedestraße abgestellt. Fritz Neumann: "Gar nicht lange, vielleicht für eine halbe Stunde, ich wollte doch noch einkaufen. Als ich zurück kam, war der Rollstuhl weg. Geklaut. Wer macht nur so etwas?"
Ohne Elektro-Mobil ist der Mann aufgeschmissen. Neumann: "Sie müssen wissen, ich bin zuckerkrank, muss dreimal in der Woche zur Dialyse. Wegen Diabetes habe ich auch schon Amputationen an den Füßen über mich ergehen lassen müssen. Nach dem Tod meiner Frau lebe ich allein und versorge mich so weit es geht selbst." Gerade in letzter Zeit schreitet die Krankheit schnell voran: "Noch vor einem Jahr konnte ich selbst Autofahren. Das ist vorbei. An Laufen ist seit einer neuen Bypass-Operation nicht zu denken."
Zu Neumanns Glück wurde die Duisburger Werkstatt für Behinderte auf sein Schicksal aufmerksam. Betriebsleiter Robach erläutert: "Wir haben aus der Zeitung davon erfahren, dass man ihm den Rollstuhl gestohlen hat. Und wir hatten einen geschenkt bekommen, den wir zur Zeit nicht benötigten." Sein Chef Achim von Wehrden fügt hinzu: "Da haben wir spontan beschlossen zu helfen." Helfen wollte auch Heinz Herbert Butt. Der Inhaber eines Betriebes für Auto-Elektrik spendierte zwei neue 12 Volt-Batterien. Und so ist Fritz Neumann wieder mobil und beherrscht das Fahrzeug schon prima. Das technische Verständnis dazu hat der ehemalige TÜV-Prüfer allemal. Fritz Neumann lacht und sagt: "Auch wenn ich damals mehr für Dampfmaschinen und Druckkessel zuständig war." Die WAZ wünscht gute Fahrt.
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