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Notfallpraxen an Kliniken

MLK möchte mit ins Boot

31.03.2010 | 18:04 Uhr
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MLK möchte mit ins Boot

Wattenscheid. Das Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) säße gerne mit im Boot, wenn ab Februar 2011 der ärztliche Notdienst in die Kliniken umzieht – doch bisher hat sich laut Geschäftsführer Dietmar Ewerling noch kein niedergelassener Arzt gefunden, der bereit wäre, eine Notfallpraxis zu betreuen.

„Wir haben das verschiedenen Ärzten angeboten“, erklärt der MLK-Geschäftsführer, „aber es hat, um es diplomatisch zu formulieren, nicht die entsprechende Resonanz gehabt.“ Dabei habe man konkrete Vorschläge gemacht: Die radiologische Praxis von Dr. Falk und Dr. Jutka-Mooren wollte ihre Räume zur Verfügung stellen.

Der Hintergrund: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ordnet den ärztlichen Notdienst neu, um vor allem die wenigen Ärzte in dünn besiedelten Gebieten zu entlasten. Hatten sich bislang wechselnde Arztpraxen nach Feierabend, an Feiertagen und Wochenenden um Patienten mit akuten gesundheitlichen Problemen gekümmert, sollen ab Februar 2011 an Krankenhäuser angegliederte Praxen zuständig sein. Widerstand regt sich in den Städten, in denen künftig nicht die örtlichen Krankenhäuser, sondern Kliniken der Nachbarstädte für Notfälle zuständig sind.

Im Bereich Bochum soll das St. Josef-Hospital Anlauf­adresse für Notfälle werden, erklärt Dr. Eckhard Kampe, Bezirksstellenleiter der KVWL für den Bereich Bochum und Hagen auf WAZ-Anfrage. Außerdem gebe es im Umfeld weitere Praxen an Kliniken, die Bochumer und Wattenscheider Bürger – je nach Wohnort – aufsuchen können, wie das Marienhospital in Gelsenkirchen-Ückendorf.

„Einer der Faktoren bei der Auswahl der Kliniken war die Entfernung zum nächsten Krankenhaus“, erklärt Dr. Kampe. Im Klartext: Das MLK liegt zu nahe an den anderen ausgewählten Kliniken. „Wir mussten ausreichend große Gruppen bilden, sonst hätten wir wieder Probleme gehabt, die Praxen zu besetzen.“ Als Hintergrund nennt Dr. Kampe das Durchschnittsalter der Bochumer Hausärzte: „Das liegt bei 54,2 Jahren. Innerhalb der von zehn Jahren wird die Hälfte in Pension gehen, und wir haben keinen Nachwuchs.“

Dr. Kampe will aber prinzipiell nicht ausschließen, dass das MLK Chancen hat, nach der Probephase von drei Jahren doch noch mit ins Rennen gehen zu können. „Vielleicht müssen wir nachjustieren.“ Dietmar Ewerling, der bereits mit der KV Kontakt aufgenommen hat, kündigt jedenfalls an: „Wir stehen Gewehr bei Fuß. Das hat man bei der KV auch wohlwollend zur Kenntnis genommen.“

Annette Wenzig

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2010-03-31 18:04
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