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Mister Stadtgarten geht in den Ruhestand

19.02.2010 | 18:16 Uhr
Mister Stadtgarten geht in den Ruhestand

Wattenscheid. Gerd Kretschmann ist ein „Gala-Meister”. Gala steht für Garten- und Landschaftsbau. Dass sein Objekt, der Stadtgarten, für das und in dem er mehr als 16 Jahre gearbeitet hat, ebenfalls „Gala”-Format hat, haben ihm auch auswärtige Besucher immer wieder bestätigt.

„Die haben sich bedankt für den guten Pflegezustand, das motiviert”, sagt der Meister sichtlich stolz. Seine Mitarbeiter hätten da immer sehr viel Herzblut 'reingesteckt. Ihn wird's ab Ende nächster Woche nicht mehr motivieren: „Mister Stadtgarten”, 60 Jahre und ein halbes Jahr alt, geht in die Altersteilzeit, „dann bin ich noch zweieinhalb Jahre lang ruhender Mitarbeiter”. Jeden Tag war der mit dem Stadtgarten fest verwurzelte Mann darin unterwegs, „an stürmischen Tagen habe ich immer genauer hingeguckt”. Bei Kyrill im Jahr 2005 hat seine Aufmerksamkeit das Unheil des Wirbelsturms nicht verhindern können, „53 dicke Bäume sind umgefallen, viele Linden und Eichen”.

Den zum Teil uralten Exoten ist nichts passiert, „wir haben hier einen einzigartigen Baumbestand”. Eines seiner Beispiele ist die Flügelnuss, die aus dem Kaukasus stammt, hat bestimmt schon hundert Mal die vier Jahreszeiten erlebt. Wer will, kann auf Hinweistafeln Informationen zu dem jeweiligen Gewächs finden.

Sein Lieblingsplatz ist der Teich

Weil der 60-Jährige eben jeden Tag unterwegs ist, kennt er fast alle Stammkunden, die im Stadtgarten ihre Runden drehen; die Herren, die dort auf eigenem Feld Schach spielen, schon über 15 Jahre. Sein absoluter Lieblingsplatz liegt gleich neben dem schwarz-weißen Schachbrett: der Teich. Etliche Jahre war dies sein Sorgenkind, weil im Sommer der Sauerstoff im Wasser knapp wurde. Unbürokratische Hilfe hat da oft die Freiwillige Feuerwehr geleistet, die die giftgrüne Brühe umgewälzt hat. Erst seit der großen Entschlammungs-Aktion im vergangenen Jahr ist das Problem gelöst.

Platz zwei auf seiner Besten-Skala des „schönsten Flecks in Bochum” (Kretschmann wohnt in Langendreer!) ist das Beet in Hufeisenform – „da kommen 8500 Sommerblumen rein” – hinter dem Parkplatz der Freilichtbühne. Die gehört ebenso zu seinen Favoriten wie der Vogelpark oder der große Spielplatz. Selbstredend ist Kretschmann als Naturverwachsener auch Wetterexperte. Er sagt: „Der Winter ist noch nicht vorbei, die Bäume zeigen noch keine Triebe.”

Er setzt sich deutlich kleiner

Gartentechnisch betrachtet, wird er sich, der bis vor zwei Jahren auch noch als ehrenamtlicher Schöffe tätig war, deutlich kleiner setzen. Sein Haus-Grün, das er zu pflegen hat, macht 'mal gerade 350 Quadratmeter aus. Die Stammkunden des grünen Areals abseits der Parkstraße sollten sich nicht wundern, wenn sie Gerd Kretschmann trotz seiner Ruhephase dort treffen: „Ich werde hier öfter durchgehen, das lass' ich mir nicht nehmen.”

Rolf Schulte

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Kommentare
20.02.2010
03:17
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #1

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