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Bahnhöfe

Minister stellt WAT auf totes Gleis

07.02.2008 | 10:23 Uhr

Wattenscheid. Wittke will bis Ende 2009 die Bahnhöfe umbenennen. Seine Vorschläge lauten "Bochum-Wattenscheid"und "Bochum-Höntrop". Grundsatzentscheidung schon gefallen. Kommunalpolitik ist noch nicht informiert.

Der Bahnhof Wattenscheid wird spätestens Ende 2009 "Bochum" an vorderster Stelle im Namen tragen, ebenso der S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop. "Die Grundsatzentscheidung ist gefallen", sagte gestern auf WAZ-Anfrage Stephan Heuschen, Sprecher des NRW-Verkehrsministeriums.

Wie genau die Bahnhöfe heißen werden, steht noch nicht fest. Das Ministerium hat der Stadt Bochum aber bereits zwei konkrete Namensvorschläge unterbreitet: "Bochum-Wattenscheid" und "Bochum-Höntrop". Beim S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop soll der Name Wattenscheid also sogar komplett wegfallen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hatte die Namensvorschläge in einem Schreiben an die Stadt übermittelt. "Wir sind letztlich nur der Überbringer der Nachricht", sagte VRR-Sprecher Lars Wagner. "Die Stadt Bochum kann bis zum 15. Februar Stellung beziehen und eigene Vorschläge machen." Allerdings nur in engen Grenzen. Heuschen: "Der Städtename Bochum muss nach vorne. Über alles andere kann man reden."

Heuschen und Wagner nennen als Hintergrund die Kundenfreundlichkeit beim neuen NRW-Tarif. Er gilt seit Juni 2007 und beinhaltet einen festen Verbindungspreis zwischen zwei Städten, wenn der Fahrgast von einem Verkehrsverbund in einen anderen fährt. Zuvor wurde der Preis je nach Bahnhof entfernungsabhängig berechnet. "Und das klappt nur, wenn der Stadtname bei jedem Bahnhof vorne steht. So ist es einfacher für die Fahrgäste, sich zu orientieren", sagt Heuschen. Und Wagner meint: "Wenn Reisende in Wattenscheid aussteigen, wissen sie nicht, dass sie in Bochum sind."

Dieses Umbenennungs-Programm gelte für das gesamte Land NRW, so Heuschen. Da könne man keine Ausnahme machen. "Sonst hätten wir einen Flickenteppich. Wenn, dann einheitlich." Die spezielle Gefühlslage der Wattenscheider bezüglich der Eingemeindung nach Bochum sei ihm "selbstverständlich" bekannt. "Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen." Außerdem bleibe der Name Wattenscheid ja erhalten. "Der Name Bochum wird nur davor gesetzt", so Heuschen. Für den S-Bahnhof Wattenscheid-Höntrop gilt das allerdings nicht.

Heuschen hat ein weiteres Argument parat: die Gemeindegebietsreform von 1975. Sie soll sich jetzt auch auf den letzten Stationsschildern widerspiegeln. "Aus Wattenscheid wird Bochum-Wattenscheid, was ja auch korrekt ist. Keiner fährt von Elberfeld nach Wattenscheid, sondern von Wuppertal nach Bochum."

Die Kommunalpolitik ist bisher über das Vorhaben des Ministeriums noch nicht informiert worden. Deshalb wollte Hans-Dieter Werner, Sprecher der Bochumer Stadtverwaltung, gestern inhaltlich nicht Stellung beziehen. "Es wird zunächst eine Mitteilung der Verwaltung an die Politik geben", so Werner. Der Ausschuss für Stadtentwicklung soll sich am 19. Februar mit dem Thema beschäftigen, die Bezirksvertretung am 4. März.

Allerdings läuft die Frist für eine Stellungnahme schon am 15. Februar ab. Werner: "Die Stadt wird eigene Vorschläge machen, dann eben ein paar Tage später." Und wenn das Ministerium blockiert? "Das gäbe Ärger", meint Werner. Heuschen stellt dagegen klar: "Letztlich entscheidet das Ministerium."

Von Timo Günther

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Kommentare
12.02.2008
15:01
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von Martin | #26

Ich gebe meinem Vorgänger recht. Jeder findet es normal, dass der Altonaer Bahnhof Hamburg-Altona heisst. Niemand verlangt, dass statt dessen ein Namensschild in dänsicher Sprache aufgestellt wird, weil Altona anno tobac mal dänisch war.

Auch wenn jedem Bochumer und den meisten Menschen im Ruhrgebiet bekannt sein dürfte, dass Wattenscheid zu Bochum gehört, gilt dass für Menschen aus Siegen, Paderborn oder Düren keineswegs. So viel Realitätssinn sollte man haben.

10.02.2008
00:06
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von Dieter K. | #25

Leute bleibt mal auf dem Teppich. Wattenscheid ist ein Stadtteil von Bochum. Und das seit über 30 Jahren. Genau wie Querenburg, Dahlhausen , Langendreer... Stadtteile sind in allen Großstädten hervorggangen aus ehemals selbstständigen Orten. So ist das nun einmal. Da kann man nicht für einzelne Ortsteile eine Ausnahme machen.
Mein Vorschlag wäre: Bochum (klein) Wattenscheid (groß geschrieben) . So wie in Langendreer. Damit ist die Gemeindezugehörigkeit geklärt. Für Höntrop würde ich auch ein kleines Bochum voranstellen und Wattenscheid wegfallen lassen.

08.02.2008
17:18
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von Dirk | #24

Wir sind und bleiben Wattenscheider.Den Herrn Wittke sollte man auf seine Schienen legen.Der Mann spinnt doch.Aussgemeindung bitte sofort dann kommt so ein Blödsinn mit Bochum erst gar nicht zustande

08.02.2008
01:45
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von susanne | #23

Was soll die ganze *******?
Hände weg von Wattenscheid- und erst recht von Wattenscheid.

08.02.2008
01:34
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von lrich | #22

@rotwang
Es gibt eine Studie der Ruhr-Uni, wonach auch 90% der nach der Eingemeindung geborenen jetzigen Jugendlichen mit Wattenscheid eher verbunden sind als Bochum und dies als ihre eigentliche Adresse angeben. Als Beispiel nenne ich meine vier ! Kinder.
Alles Gute.

08.02.2008
01:04
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von jochen aus Wattenscheid | #21

Manche Stadteingangsschilder sind schon hart, z.B.: Bochum-Höntrop. Mein Gott, und jetzt kommt die Bahn auch noch mit einfältigen Bemerkungen daher. Nein - Wattenscheid ist und bleibt Wattenscheid. So isses.

08.02.2008
00:56
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von jochen aus Wattenscheid | #20

Der Bahnhof Wattenscheid ist bescheiden - aber er ist unser Bahnhof Wattenscheid. Er muss unbedingt verbessert werden und auf jeden Fall den Namen behalten. Liebe Watenscheider, nach vielem Verlust müssen wir uns dieses nicht auch noch bieten lassen. Ich habe eine Protestzuschrift an die DB, Oberbürgermeisterin, UWG und andere gesandt. Folgt meinem Beispiel. Wattenscheid darf nicht sterben. Basta

08.02.2008
00:48
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von ein wattenscheider | #19

Wenn man von Elberfeld nach Wattenscheid fährt, fährt man eigentlich von Wuppertal nach Bochum. So der Sprecher des Ministeriums. Da kann ich nur sagen: Dieser Mensch hat von den Gefühlen der Menschen keine Ahnung.
Wo ist Bochum? Nicht in Wattenscheid!!

07.02.2008
20:46
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von DerGöppinger | #18

Wittke ist keine Null, niemals... der ist eine echte Doppel-Null! Und ab die Spülung!

07.02.2008
18:33
Minister stellt WAT auf totes Gleis
von dickschaedel | #17

@ Kellerhoff
da hackt doch keiner auf Herrn Wittke rum. Man macht sich nur so seine Gedanken (wenn es die Politiker schon nicht machen)

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