Mehr als eine anonyme Spende
19.02.2010 | 16:07 Uhr 2010-02-19T16:07:00+0100Wattenscheid. Aus einer spontanen „Hosentaschen-Aktion” soll eine dauerhafte Partnerschaft werden. Das haben die Pestalozzi-Realschule und die „Haiti Kinder Hilfe” vereinbart.
Der Kontakt zu Jürgen Baars vom Hilfe-Verein kam zu Stande, weil sein Sohn Emmanuel an der Graf-Adolf-Straße in die fünfte Klasse geht. Familie Baars hat zwei Adoptivkinder aus Haiti.
Nach dem Erdbeben mit seinen verheerenden Folgen hatten sich Realschüler nicht nur zu einer Geldsammlung entschlossen, sondern mit der Schulleitung auch vereinbart, einen geplanten Studientag zu einem „Arbeitstag” umzufunktionieren, der Lohn kam in die Haiti-Kasse.
3500 Euro kamen zusammen
Der 13-jährige Seyit hat nicht nur in einem Lebensmittelgeschäft an der Freiheitstraße ausgeholfen, sondern dort auch türkische Gitarre gespielt. Die gleichaltrige Luisa hat zusammen mit ihrer Schwester Hunde ausgeführt und Schnee geschippt, Yvonne (12) hat in zwei Haushalten gewerkelt. Die Mädchen und Jungen aller Jahrgänge waren fleißig: 3500 Euro konnte Jürgen Baars gestern quittieren.
Wiederaufbau kann zehn Jahre dauern - oder länger
„Wir werden das Geld zur akuten Hilfe einsetzen und Zelte, Medikamente, Nahrung und Wasser kaufen”, erläuterte er in der Runde der fleißigen Helfer. Er hat Lehrerin Stefanie Alkier-Karweick vorgeschlagen, das Geld einer Schule in Beth El bei Port-au-Prince zukommen zu lassen. Deren Gebäude sei stark beschädigt, der Unterricht von etwa 2000 Mädchen, Jungen und Erwachsenen erfolge jetzt in Zelten. Die Realschule möchte diesen Kontakt ausbauen, „das ist effizienter und transparenter als eine anonyme Spendenaktion”, stimmte Alkier-Karweick zu.
Die Jugendlichen wissen aus den Medien, dass der Wiederaufbau in Haiti bis zu zehn Jahre dauern kann – „oder länger”, ahnt Jürgen Baars.
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