Massive Kritik an RRX-Planung

Nach jetziger RRX-Planung würden sechs Halte je Stunde am WAT-Bahnhof entfallen.
Nach jetziger RRX-Planung würden sechs Halte je Stunde am WAT-Bahnhof entfallen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Wattenscheid..  Heftige Kritik von allen Fraktionen hagelte es in der Wattenscheider Bezirksvertretung an den derzeitigen Plänen der Deutschen Bahn zum Rhein-Ruhr-Express (RRX), der das Angebot auf der Kernstrecke Dortmund - Köln verbessern soll. Auf den WAT-Bahnhof kämen erhebliche Nachteile zu, und auf das Umfeld des Höntroper S-Bahnhofs massive Probleme.

Zum Hintergrund: Aus Kostengründen will die Bahn nach jetzigem Stand beim RRX im Bereich Wattenscheid auf neue Schienen verzichten, stattdessen sollen, um Engpässe zu vermeiden, die Linien RE 16 und RB 40 auf die S-Bahntrasse umgeleitet werden. Der RRX soll viermal stündlich pro Fahrtrichtung verkehren, in Wattenscheid sind aber nur zwei Halte vorgesehen. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens muss die Stadt Bochum bis Mitte Februar eine Stellungnahme abgeben.

Sparen auf Kosten der Bürger

„Die Bahn will auf Kosten der Wattenscheider Bevölkerung sparen. Die jetzige Planung ist eine Frechheit. Die Bahn entscheidet vom fernen Berlin aus, ohne offenbar die konkreten Verhältnisse vor Ort zu kennen“, kritisierte Wolfgang Schick (SPD).

Klaus-Peter Hülder (UWG) sprach von einer „improvisierten Notlösung. Der Bereich Höntrop ist jetzt schon überlastet.“ Anwohner in Höntrop befürchten große Lärmprobleme durch verstärkten Zugverkehr, einen Schallschutz sieht die Bahn nicht vor. Und das knappe Parkplatzangebot reiche dann überhaupt nicht mehr aus, Chaos sei zu befürchten. Am WAT-Bahnhof stehen dagegen zahlreiche Park & Ride-Stellplätze zur Verfügung. Viele Berufspendler und Schüler der Berufskollegs nutzen den Bahnhof, die teilweise dann zum S-Bahnhof Höntrop ausweichen müssten. Die Jugendlichen können bisher zu Fuß vom Bahnhof aus die Berufskollegs erreichen – in Höntrop müssten sie dann noch einen Bus nehmen.

Große Bedenken äußerte auch Hans Balbach (CDU) für den Bereich Höntrop bezüglich Lärmschutz, Bergbauhohlräume und Parkplatzsituation. „Der WAT-Bahnhof muss gestärkt und nicht geschwächt werden.“ Das sieht auch Olaf Krause (Grüne) so.

Tenor in der Bezirksvertretung: Die Linien-Verlagerung nach Höntrop sei zu stoppen. Der RRX müsse viermal stündlich in Wattenscheid halten. Es gelte dafür die stillgelegten Gleise am WAT-Bahnhof zu reaktivieren – diese könnten doch für den RRX (er kommt frühestens 2021) genutzt werden. Und mehr Züge auf der S-Bahntrasse führten zu Problemen am Bahnübergang Hönnebecke.