Manege frei für Schulte-Hordelhoff
01.10.2007 | 15:49 Uhr 2007-10-01T15:49:09+0200Ganztagsgrundschule Günnigfeld erinnert in einer Projektwoche an den "Vater der Waisen".Verwalter der Stiftung spendieren Kindern zum Jubiläum den Mitmach-Zirkus Sperlich
Das Beispiel eines Mannes, der vor 75 Jahren das Zeitliche gesegnet hat, macht in Günnigfeld sprichwörtlich Schule.
Lehrer, Eltern und Kinder der in jenem Ortsteil beheimateten Ganztagsgrundschule wollen dem Leben und Wirken von Franz Schulte-Hordelhoff im Rahmen einer Projektwoche außergewöhnliche, teils spektakuläre Noten geben. Der Landwirt, dessen Erbe bis heute dazu dient, sozial schwächer gestellten jungen Menschen die Teilnahme an Ferienfreizeiten zu ermöglichen, bekommt dabei in mannigfacher Hinsicht eine "Eins", die zudem in dem Plus gipfelt: . . .so spendet Segen noch immer die Hand. . ."
Bereits vor einem Jahr hatten die Verwalter der 1932 von dem Günnigfelder Landwirt gegründeten Stiftung Kontakt zu Rektorin Sibille Reichstein-Schmidt aufgenommen, um sie und ihre Schule als Kooperationspartner für das Jubiläum zu gewinnen. Dieses sollte, ganz im Sinne von Schulte-Hordelhoff, "von Kindern mit Kindern für Kinder" gefeiert werden. Die Pädagogin erinnert sich: "Damals ist das Kollegium nicht in Jubel ausgebrochen. Schließlich ahnte jeder, dass da jede Menge Mehrarbeit auf uns zukommt. Aber inzwischen sind alle sehr froh, dass unsere Schule mitmacht. Die Kinder sind begeistert, und wir haben in der Elternschaft sehr viel tatkräftige Unterstützung gefunden."
Rund einhundert, manchmal rauchende Köpfe zählt der Vorbereitungskreis für die Projektwoche, die vom 2. bis 9. November dem Mann gewidmet ist, der als "Vater der Waisen" ein Stück Heimatgeschichte mitgeschrieben hat. Das Zelt des Mitmach-Zirkusses Sperlich, der von der Hordelhoff-Stiftung finanziert wird, dient als bunte Kulisse für sämtliche Aktivitäten.
Während Katja Koppers, Lehrerin für Mathe, Englisch und evangelische Religion, derzeit dabei ist, für alle Klassen Unterrichtsmaterial zur Schulte-Hordelhoff-Stiftung altersgerecht aufzubereiten, war die Kinderredaktion um Pädagogin Monika Falkenbach-Amthor bereits auf Achse. Unter anderem führten die Dritt- und Viertklässler an der Schulte-Hordelhoff Straße ein Interview mit Herbert Brandhoff, der 42 Jahre lang ehrenamtlich als Geschäftsführer der Stiftung tätig war. Ein kleiner Auszug mit der Frage: Warum wurde eine Straße nach ihm benannt? Antwort: Das geschah als Dank dafür, dass er viel für bedürftige Kinder getan hat. So ist er für alle Zeit in den Köpfen der Menschen. Das komplette Interview wird übrigens in einer Informationsbroschüre zu lesen sein, die zur Projektwoche erscheint.
Die mit der Person von Franz Schulte-Hordelhoff verbundenen Begriffe "Hand" und "Segen" werden den roten Faden eines ökumenischen Gottesdienstes bilden, der am Sonntag, 4. November, im Zirkuszelt gefeiert wird. In der Manege wird aber auch die ein oder andere "Große Nummer" zu bestaunen sein. Sibille Reichstein-Schmidt verrät: "Eltern und Lehrer studieren eine Akrobatik-Nummer ein, bei der man sich gegenseitig halten, stützen und aufeinander verlassen muss. Dies machen wir allerdings auch in unserem normalen Schulalltag."
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