Lückenloser Lärmschutz gefordert

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Wattenscheid..  Das Thema Rhein-Ruhr-Express (RRX) beschäftigt in den kommenden Wochen die Lokalpolitiker. Denn im Rahmen des dazugehörigen Planfeststellungsverfahrens ist die Stadt Bochum als Träger öffentlicher Belange aufgefordert, bis Mitte Februar 2015 Stellung zu nehmen. Die entsprechende Beschlussvorlage steht zunächst am 20. Januar im Ratsauschuss für Infrastruktur und Mobilität auf der Tagesordnung. Auch die Wattenscheider Bezirksvertretung befasst sich damit am 27. Januar. Per Ratsbeschluss könnte die Stellungnahme dann am 19. Februar auf den Weg gebracht werden.

Wie die WAZ bereits schilderte, plant die Bahn, den Regionalverkehr nicht mehr am Wattenscheider Bahnhof halten zu lassen, wo zukünftig lediglich der RRX Station machen soll. Stattdessen werden diese Züge dann zusätzlich zum S-Bahnverkehr über Höntrop fahren. Doch ist eben jener Streckenabschnitt in den bisherigen Vorstellungen als „Baulücke“ ausgewiesen. Das bedeutet keinen „aktiven Schallschutz“ – also Schallschutzwände – in einem Bereich rund um die Hönnebecke.

Einwendungen erarbeitet

Dagegen gehen die Anwohner auf die Barrikaden, fürchten eine zusätzliche Lärmbelastung zu der ohnehin schon bestehenden. Fristgemäß haben sie zahlreiche Einwendungen bei der Bezirksregierung eingereicht und machen darin auf die Problematik aufmerksam, dass der passive Schallschutz nicht ausreiche. Antworten seien derzeit abzuwarten. Zudem wollen sie nun, vor den kommunalen Sitzungen, mit den örtlichen Entscheidungsträgern im Rat und im Bezirk ins Gespräch kommen.

In der Beschlussvorlage heißt es bereits zum Thema Schallschutz: „Die Stadt Bochum regt an, in den Abschnitten mit baulicher Erweiterung, erheblichen baulichen Eingriffen und den ,Baulücken’, möglichst viele Schutzfälle durch aktive Lärmschutzmaßnahmen zu lösen. Dies hat auch den Vorteil, dass im Gegensatz zu passiven Lärmschutzmaßnahmen am Gebäude, nicht nur der Lärm innerhalb dieser einzelnen Gebäude gesenkt wird, sondern auch der Umgebungslärm umfassend reduziert würde. Somit würde mit aktiven Maßnahmen gleichzeitig auch ein wichtiger Beitrag im Rahmen der erforderlichen Lärmaktionsplanung (EU-Umgebungslärmrichtlinie) entlang der viel befahrenen Bahnstrecken erzielt.“

Auch die Parksituation vor Ort wird in der Stellungnahme aufgegriffen: „Es ist absehbar, dass die Stellplatzkapazitäten am Haltepunkt Höntrop für die zu erwartende Nachfrage nicht ausreichen werden und ruhender Verkehr in anliegende Wohngebiete verdrängt wird. Die Stellplatzkapazitäten sollten in Abstimmung mit der Stadt am Haltepunkt Höntrop durch den Vorhabenträger umfeldverträglich erhöht werden.“

Die WAZ wird weiter berichten.