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Lotti kann nicht ohne Karneval

23.02.2009 | 18:47 Uhr

Die Geschäftsführerin des Festausschusses feiert heute ihren 80. Geburtstag. Als sie dem Sevinghauser Gänsereiterkönig Josef Najda begegnete, verlor sie ihr Herz auch an Wattenscheid

Immer zu Scherzen aufgelegt ist Lotti Düring. Von 80 Lenzen mag sie nicht reden, ihre närrische Rechnung lautet: "60 + 20".Fotos/Repro: WAZ, Klaus Micke

Was wäre der Karneval am Hellweg ohne Lotti Düring? Mehr als 600 Orden und ein halbes Dutzend Aktenordner voller Zeitungsartikel zeugen von den Meriten, die sich die Geschäftsführerin des Festausschusses Wattenscheider Karneval (FWK) um die närrische Brauchtumspflege erworben hat. Heute, am Veilchendienstag, feiert Lotti ein rundes Wiegenfest. Sie ist nun "60 + 20" Jahre alt; in der Summe und der persönlichen Befindlichkeit 80 Jahre jung.

Alle Verdienste von Lotti Düring aufzuzählen, hieße, Eulen nach Athen tragen zu wollen. Und ihre abenteuerliche Lebensgeschichte würde genügend spannenden Stoff für einen Roman liefern.

An einem Sonntag erblickt das Geburtstagskind als Tochter eines Tief- und Hochbauunternehmers und einer Damen- und Herren-Schneiderin das Licht der Welt. Die Fröhlichkeit und ihre Affinität zum Karneval sei ihr wohl von der Mutter in die Wiege gelegt worden, vermutet Lotti Düring. "Sie war immer gut drauf", erinnert sie sich. Auch ihren ersten Karneval, den sie nach Kriegsende im Essener Saalbau feierte, hat sie nicht vergessen. "Die Leute hatten damals kaum etwas, aber sie waren bestens gelaunt. Ich war als Rotkäppchen verkleidet; das Kostüm hatte mir Mutter aus einem alten Fahnenstoff geschneidert."

Eigentlich hatte Lotti Düring Modezeichnerin werden wollen; doch das Schicksal wies ihr einen anderen Weg. "Da meine beiden älteren Brüder im Krieg gefallen waren, lernte ich Kauffrau und trat in die Firma meines Vaters ein. Später führte ich dann 40 Jahre lang einen eigenen Betrieb, eine Bau- und Möbelschreinerei. So habe ich nicht nur gelernt, mit Menschen und Geld umzugehen, sondern auch selbst hart anzupacken", erzählt sie. "Und wenn ich ehrlich bin, dann war das für mein späteres karnevalistisches Engagement durchaus von Vorteil. Im Festausschuss, wo ich nun seit acht Jahren die Geschäfte führe, muss man arbeiten wie in einer Firma. Dazu gehört auch Ausgabendisziplin, sonst kommt man auf keinen grünen Zweig."

Zum Wattenscheider Karneval kam Lotti Düring, die früh Witwe wurde, durch den viel zitierten Zufall. In Grömitz traf sie bei einem Feuerwehrfest den Sevinghauser Gänsereiterkönig Josef Najda - "und von da an nahm das Unglück seinen Lauf", unkt das Geburtstagskind. Lotti Düring wurde an der Seite ihres neuen Lebensgefährten Schützenkönigin in Westenfeld und übernahm dann mit Josef I. in der Session ´92/93 die närrische Regentschaft in der Alten Freiheit. "Unsere Losung war damals ,Unser größtes Narrenglück ist, wenn alle zieh´n an einem Strick´, erinnert sich das Geburtstagskind. "Denn es war ein schweres Erbe, das wir damals angetreten haben. 1990 hatten Winterstürme dem Umzug einen Strich durch die Rechnung gemacht, ein Jahr später der Beginn des ersten Golfkriegs. Da gab es jede Menge Arbeit, um das närrische Treiben wieder zu beleben."

Über ihre Zeit als Stadtprinzessin weiß Lotti Düring zu berichten: "Wir haben damals 198 Termine im vollen Ornat und 130 im Kostüm oder in Abendkleidung absolviert, das war eine Ochsentour, aber es hat trotzdem Spaß gemacht."

Und wie lange will das betagte aber immer noch sehr quirlige Geburtstagskind im närrischen Treiben weitermachen? "Solange man mich mag und will", sagt Lotti Düring. "Ansonsten mache ich irgendwas anderes Soziales."

Von Ferdi Dick

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Kommentare
25.02.2009
02:06
Lotti kann nicht ohne Karneval
von HerbertVomHellweg | #2

Na, gehst Du auch zum Lachen in den Keller?

Warum tragen Männer einen Hut? Weil sie keine Hasen sind. Hahaha.

U(nd ab in den Keller, na sowas.
In den Keller!

23.02.2009
21:34
Lotti kann nicht ohne Karneval
von na sowas | #1

Da zeigt es sich wieder: Karneval ist nur etwas für die, die sonst das ganze Jahr über nichts zu Lachen haben!

Traurig, traurig...

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