Logistik-Standort mit 70 Arbeitsplätzen schließt Ende Juni

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Foto: WAZ
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Der Radici-Konzern will den Logistik-Standort der Firma Solutions im Sommer schließen. Viele der 70 Mitarbeiter stammen aus der ehemaligen Steilmann-Belegschaft. Der Betriebsrat fürchtet, dass die Vorgänge allein dafür genutzt werden, um den langjährigen Mitarbeitern zu kündigen.

Wattenscheid.. Es klingt paradox: Die Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um die Aufträge abzuarbeiten. Doch am 30. Juni soll endgültig Schluss sein: Dann will der Radici-Konzern die Firma Solutions Modelogistik GmbH, die erst seit gut zwei Monaten (wieder) in seinem Besitz ist, schließen. Die rund 70 Mitarbeiter sollen die Kündigung erhalten.

Das traditionsreiche Kapitel Steilmann in Wattenscheid – es wäre damit endgültig beendet. Dann würden die letzten „Steilmänner“ gehen. In der Logistikfirma an der Burgstraße arbeiten zahlreiche langjährige Steilmann-Mitarbeiter, die Betriebszugehörigkeit liegt im Durchschnitt bei 25 Jahren.

Ungeklärte Fragen beim Sozialplan

Die Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich stocken, noch gibt es viele ungeklärte Fragen. Fest steht: Betriebsrat, IG Metall und die Beschäftigten wollen das Feld nicht kampflos räumen. Sie sehen die gesamten Vorgänge nur als Schachzug, um auf einfache Weise langjährigen Mitarbeitern zu kündigen. „Logwin als Logistikunternehmen hätte den Beschäftigten vergleichbare Ersatzarbeitsplätze anbieten müssen. Radici als neuer Eigentümer will die Dienstleistung an ein externes Unternehmen auslagern“, so Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Theisen. Die Mitarbeiter hatten jahrelang Kompromisse mitgetragen. Unbezahlte Überstunden und Zugeständnisse beim Weihnachts- und Urlaubsgeld gehörten dazu.

Eva Kerkemeier (IG Metall): „Auf diese Weise will man die Firma schnell und billig abwickeln. Wir werden prüfen, ob es sich hier um einen Betriebsübergang handelt. Dann gelten andere Regelungen hinsichtlich der Übernahme der Arbeitnehmer und ihrer erworbenen Rechte. Die Firmenleitung behauptet, hier sei lediglich ein Austausch unter Anteilseignern erfolgt.“

Erstes Gespräch mit neuer Geschäftsführung lässt Fragen offen

Ein Fachanwalt wurde eingeschaltet, Klagen stehen im Raum.

Es hat ein erstes Gespräch mit der neuen Geschäftsführung stattgefunden. Der Fragenkatalog sei aber nur unzureichend beantwortet worden, die Verhandlungen wurden ergebnislos unterbrochen. Ende des Monats soll es einen neuen Termin geben. „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Gründe für die Betriebsschließung darzulegen und zu beweisen. Wir werden dies genau überprüfen“, betont Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Theisen. Bisher sei die Informationsbasis weiterhin zu gering. „Es herrscht eine angespannte Stimmung unter den Beschäftigten. Trotzdem wird noch akkurat und 1a gearbeitet.“

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Bei der Firma im Gewerbegebiet Wattenscheid-West handelt es sich um den Versand der ehemaligen Firma Steilmann, die 2006 vom Radici-Konzern übernommen wurde. 2008 wurde der Versand outgesourct an die Logwin AG. Hauptauftraggeber blieb der Radici-Konzern.