Löschzug Heide feiert 112-Jähriges

Der Löschzug Heide um 1909.
Der Löschzug Heide um 1909.
Foto: Sackers

Wattenscheid..  112 – eine besondere Zahl für die Feuerwehr, ist sie doch als Notrufnummer fest in den Köpfen der Menschen verankert. Kein Wunder also auch, dass der Löschzug Heide zum 112-jährigen Bestehen sein Feuerwehrfest ein bisschen größer als sonst gestalten wird. Denn die Zahl, die wie keine andere für die Floriansjünger steht, will außergewöhnlich gefeiert werden.

Los geht’s am heutigen Freitag um 18 Uhr mit Live-Musik von „Cop Connection“. Das Kinderfest startet dann am morgigen Samstag, 13. Juni, ab 14 Uhr rund ums Gerätehaus an der Bochumer Straße 69a. Neben Übungen der Jugendfeuerwehr können sich Interessierte auch eine Fahrzeugausstellung ansehen. Ab 17 Uhr öffnet die Cocktail-Bar. Die Band „Cop Connection“ lässt den Abend erneut ausklingen. Der Eintritt ist frei.

Neben dem Programm soll aber auch Platz für Erinnerungen bleiben, denn bereits am 13. März 1903 wurde der Löschzug Heide im Lokal Meier an der Bochumer Straße gegründet. Ein Blick zurück lohnt sich also, denn damals sei dem Kommerzienrat Victor aufgefallen, dass der Wattenscheider Osten immer dichter besiedelt wurde, aber ausreichender Feuerschutz nicht vorhanden war. Ein eigener Löschzug musste her, zumal ein Betrieb besonders gefährdet schien: die Zeche Centrum.

Die Gründungsmitglieder einigten sich auf den Betriebsleiter Tanzeglock als Löschzugführer. Da das Geld auch damals schon knapp war, half die Zeche direkt aus und sponserte Gerätschaften wie den ersten Mannschaftswagen mit Pferdebespannung. Der Löschzug etablierte sich gemeinsam mit der Polizei dort, wo er heute noch beheimatet ist. 1905 folgte der erste Großeinsatz für die Männer von Heide, die Bäckerei Oberste-Schemann brannte.

Ab 1955 entwickelte sich die Einheit zwölf dann rasant weiter: Kraftfahrzeuge ersetzten die Pferdewagen, statt Pickelhauben gab es nun Stahlhelme. Die Hornisten hatten auf einmal keine Arbeit mehr. Immer wieder wird in dieser Zeit auch das Gerätehaus modernisiert.

In den 1970er Jahren gab es gleich mehrere Großbrände zu bekämpfen: 72 bei Steilmann an der Burgstraße, 76 beim Nürnberger Bund an der Hansastraße. Die Einsätze gingen an die Substanz, verstärkt wurde daraufhin der Fokus auf Ausbildung und Kooperation untern den Wehren gelegt.

1984 tätigte Oberbürgermeister Heinz Eikelbeck den ersten Spatenstich zur Erweiterung des Gerätehauses, ein Schulungs- und Aufenthaltsraum wurde ergänzt. In den 1990er Jahren wurde der Fuhrpark wiederum erweitert. 1997 kam es zum wohl schlimmsten Einsatz der Einheitsgeschichte: Bei einem Brand in Hamme kamen acht Menschen ums Leben.

Heute sind es noch 26 Aktive und neun Ehrenmitglieder, die zur Einheit gehören und die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort stemmen.