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Wifö-Interview

Leerstände nehmen leicht zu

05.06.2012 | 18:29 Uhr
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Leerstände nehmen leicht zu

Hallen und/oder Büroräume – und das auf großen Flächen und mit vielen Quadratmetern – stehen zur Vermietung. Etwa entlang der Gewerbestraße im Industriegebiet Ost werden derzeit viele Objekte angeboten. Gründe genug für die WAZ, bei der Wirtschaftsförderung (Wifö) Bochum Hintergründe zu erfragen. Heinz-Martin Dirks, Leiter der Bochumer Wifö, antwortet.

Das Industriegebiet WAT-Ost etwa weist derzeit zuhauf Leerstände von Hallen- und Büroflächen auf. Werden diese vom Inhaber der Bochumer Wirtschaftsförderung gemeldet?

Heinz-Martin Dirks: Nicht die Gewerbetreibenden, sondern die Immobilieneigentümer versuchen i.d.R. Nachfolgemieter oder Käufer für leer stehende Immobilien zu finden. Diese wenden sich häufig, aber nicht immer, an die Wirtschaftsförderung, um auf diesem Wege nach Mietern oder Käufern zu suchen. Meist jedoch gehen die Eigentümer die Wege über Internet-Inserate und Makler. Spätestens dann werden die Immobilien auch bei der Wifö bekannt, weil von hier der Markt aufmerksam beobachtet wird. Im Übrigen widersprechen wir der Beschreibung „zuhauf“, sie ist zu unbestimmt und so nicht für das Gewerbegebiet Wattenscheid-Ost belegbar.

Was unternimmt die Wifö ihrerseits gegen Leerstände? Wie bewerben/vermarkten Sie Objekte?

Leerstände sind zunächst einmal ein immobilienwirtschaftlicher Verlust. Eigentümer werden daraufhin bei der Vermarktung ihrer Immobilien mit den Möglichkeiten der Wifö unterstützt, indem Nachfrager auf die Immobilien konkret hingewiesen werden. Bei Interesse begleitet die Wifö insbesondere die potenziellen Nutzer z. B. auch im Hinblick auf erforderliche Genehmigungen zur Nutzungsänderung. Auch hier ist ein entsprechender, u. U. auch finanzieller Einsatz der Eigentümer notwendig, weil häufig Umbauten oder Modernisierungen vorgenommen werden müssen. Gleichzeitig sind (zu viele) Leerstände natürlich auch ein Indiz für eine problematische Marktlage. Ein allzu offensives Bewerben scheidet daher aus. Die Unterstützung erfolgt eher im Stillen.

Verfügt die Wifö über aktuelle Zahlen oder Statistiken über den Zu- oder Abgang von Firmen in den WAT-Industriegebieten?

Die Wirtschaftsförderung hat intern ein klares Bild der Situation in den Bochumer Gewerbegebieten. Eine Statistik wird aber nicht mehr geführt, da die Fluktuation groß ist. Flächen und Immobilien sind zum Teil schnell wieder vermarktet.

Wie stellt sich generell, nicht nur im Gewerbegebiet WAT-Ost, sondern überhaupt in Wattenscheid die Leerstands- bzw. Auslastungssituation dar? Steigt die Leerstands-Tendenz oder sinkt sie?

In Wattenscheid steigt die Leerstands-Tendenz leicht. Dies hat mehrere Gründe: Viele Immobilien sind älter und daher bei Freizug nicht mehr marktgerecht oder mit Lagenachteilen versehen. Die Eigentümer sind dann auch u. U. nicht mehr in der Lage, aufwändige Modernisierungsinvestitionen zu leisten, um die Immobilie wieder im Markt zu platzieren. Viele Immobilien sind in Wattenscheid auf gewerblich-industrielle Gewerke ausgerichtet, die so heute nicht mehr vorhanden sind; ein Beispiel sind die ehemaligen Steilmann-Immobilien. Eine Ausrichtung auf moderne Nutzungsanforderungen ist häufig schwierig und meist kostenträchtig. Dies gilt auch in besonderem Maße für die Büroflächen, die ursprünglich einem gewerblich-industriellen Betrieb zugeordnet waren. Hierfür gibt es im Allgemeinen bei der vorhandenen Standorte-Konkurrenz für Büroflächen keine Nachfrage mehr.

Steigt die Nachfrage von Unternehmen, die sich in Wattenscheid niederlassen und bestehende Gebäudekomplexe anmieten wollen oder sinkt sie?

Die Nachfrage bezieht sich inzwischen praktisch immer auf eine Region, also nicht eine Stadt (Bochum) oder einen Stadtteil (Bochum-Wattenscheid) alleine. Damit müssen sich die Wattenscheider Immobilien und insbesondere Leerstände einer großen Konkurrenz stellen. Zwar ist diese Nachfrage für das Ruhrgebiet insgesamt auf gutem Niveau stabil, aber auch das Angebot ist strukturell und räumlich vorhanden. Darüber hinaus können sogar individuell angefertigte Neubauten in relativ kurzer Zeit von Investoren erstellt werden.

Generellkönne zu den Gewerbeflächen in Wattenscheid gesagt werden, so die Wirtschaftsförderung, dass die Gewerbegebiete fast komplett vermarktet seien, es kaum noch freie Flächen gebe. Das heiße aber nicht, dass es nicht auch immer wieder Leerstände – oft nur temporärer Art – gebe.

Von Ellen Wiederstein

Kommentare
08.06.2012
14:30
Leerstände nehmen leicht zu
von Anlieger_Frei | #4

TEIL 1:

Zu "Leerstände nehmen leicht zu" (WAZ v. 06.06.2012)

Bedauerleicherweise wird in dem Artikel nicht zwischen
"Industriegebiet, Gewerbefläche und Gemengelage"
differenziert! Gerade letztgenannte ist für Wattenscheider
Bürger nicht unproblematisch:

1. treffen hier zwei unverträgliche Nutzungsarten - wohnen
und produzieren - aufeinander, so dass Konflikte bereits
vorprogrammiert sind und nur durch räumliche Trennung
beider gelöst werden können;

2. werden klammheimlich größere Betriebe, sogar internationale
Speditionen, über gerienge Mietpreise und Provisionsfreiheit
in vakante Immobilien innerhalb von Wohngebieten gelockt!

08.06.2012
14:29
Leerstände nehmen leicht zu
von Anlieger_Frei | #3

TEIL 2:

So schafft man. Fakten; Gebiete mit vorwiegend Wohn - Nutzung
mutieren zu Gemengelagen.
und der Leiter der Bochumer Wirtschaftsförderung formuliert
unbedarft "Begleitung" der "potenziellen Nutzer z.B. auch im
Hinblick auf erforderliche Genehmigungen zur Nutzungsänderung"
eher im Stillen. Diese Unterstützungspraxis der WiFö Bochum
führten in einem konkreten Fall in WAT dazu, daß laxe Handhabung
des Brandschutzes und der Lärmemission neben Absprachen und
"Erleichterungen" für den unternehmer bzw. Betreiber die Vermarktung
eines Objektes haben gelingen lassen. Auch die Verhängung des
Maulkorbes für die Anwohner sowie die Manipulation der Presse
(WDR 07.11.2011 ; WAZ v. 19.10.2011) wurde dem Betreiber
nach gesehen!!
Aber dirks priorisiert offensichtlich die problematische Marktlage
in bochum gegenüber dem Recht auf Gesundheit, Lebensqualität
und Wertsicherung des Wohneigentums der Wattenscheider Bürger.

gut, zu wissen!!

06.06.2012
21:55
Leerstände nehmen leicht zu
von WerSagtDas | #2

Liebes WAZ Team,
Sie fragen warum es zu Leerständen in Industriegebieten kommt? Darüber haben sie doch selbst berichtet.
Weil Unternehmen die genau dort hingehören, lieber in ungeeignete und lt. Gesetz nicht dafür vorgesehene Wohn-Mischgebiete gepackt werden.

Und wenn dies auf Kritik durch die Anwohner stößt, alles so gedreht und gewendet wird um diesen Standort zu sichern.
Es bleibt viel Platz für Spekulationen, warum Herr Dirks diesen Standort auf Biegen und Brechen halten will.
Und auch wie es dazu kommt, dass Bochumer Ämter gegen jede Regel arbeiten. Warum ortsansässige Politiker plötzlich nichts mehr von angebotenen Hilfestellungen wissen wollen...Naja, die eine Krähe pickt
der anderen wohl kein Auge aus.

Herr Dirks erwähnt die Hilfestellung bei Genehmigungen zur Nutzungsänderung. In diesem Fall ist
die Wifö Bochum genau der richtige Partner. Die schreiben ihre Gesetze nämlich selbst.

Herr Dirks, ein Elefant paßt nicht ins Mauseloch.Auch nicht wenn sie das wollen.

06.06.2012
16:13
Leerstände nehmen leicht zu
von schoen_wars | #1

Herr Dirks ist ein echt starker Typ, kämpft mit allen Mitteln.
Er siedelt Speditonsbetriebe in Wohngebieten an und tut das ohne jede
Rücksicht auf Andere. Der Presse wird der Mund verboten,
ja und die Kollegen in anderen Ämtern, ein wenig Druck hilft immer.
Mit der Wahrheit nimmt man das dann auch nicht so genau, aus einem Regionallager wird mal schnell ne Spedition, wir biegen dass so wie wie wir es brauchen.
Ist doch egal ob wir unsere Wohnungen noch vermieten können,
Hauptsache ich habe einen Gewerbetrieb angesiedelt.
Ruhe und Erholung spielen bei uns doch keine Rolle mehr, Hauptsache die Stadtkasse stimmt.
Steuern zahlen Betriebe ja nur in Wohngebieten, denn nur hier können Arbeitsplätze entstehen.
Im Gewerbegebiet geht so etwas nicht, sonst hätten wir doch weniger Leerstände.

schön_wars...bis Kentner kam

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