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Kunst zwischen Krieg und Frieden

20.01.2016 | 18:10 Uhr
Kunst zwischen Krieg und Frieden
Saoud Ahmad in der Friedenskirche.Foto: Gero Helm

Wattenscheid. Es könnte wohl kaum einen besseren Ort für seine Ausstellung geben. Denn Saoud Ahmads Werke sind inspiriert von der Hoffnung auf Freiheit und Gerechtigkeit, von der Sehnsucht nach Frieden in seiner Heimat Syrien. Folgerichtig stellt er ab Sonntag, 24. Januar, in der Friedenskirche aus.

Ahmads Arbeiten sind oft mit einer doppelten Botschaft versehen. Einerseits lässt sich stets erkennen, was Syrien heute ist: Ein Land im Kriegszustand, das zerstört ist, geprägt von Gewalt und Terror. Andererseits zeigt der Künstler auch oft das, was Syrien sein könnte: ein schönes, facettenreiches Land versehen mit einer kulturellen Vielfalt.

Der 60-Jährige hat seine Heimat 1997 als politisch Verfolgter verlassen, lebt nun in Weitmar. Geboren wurde Ahmad im kurdischen Dorf Alwardiya an der Grenze zur Türkei. „Nach dem Abitur studierte ich drei Jahre lang Bildhauerei in einem privaten Kunst-Institut und war Mitglied der syrischen Künstlervereinigung.“ Seine Studien setzt er inzwischen in Wattenscheid fort, und zwar im IBKK. „Meine bevorzugten künstlerischen Themen sind zumeist von meinen Erlebnissen in Syrien und Deutschland geprägt“, schildert Ahmad. „So habe ich aufgrund der Ermordung meines Vaters, den ich nie bewusst erlebt habe, Bilder und Skulpturen nach ihm gestaltet.“ Das Verbot der freien Rede, die Ungerechtigkeiten im Alltag, haben ihn ebenso gekennzeichnet. „Ferner hat das Asylverfahren, das sich zwei Jahre lang hinzog, weil die Richter meinten, dass Syrien ein demokratischer Staat sei, zu meiner künstlerischen Formung beigetragen.“

Der Bildhauer und Maler hat bereits in Dresden (Haus der Begegnung), Osnabrück (Erich-Maria-Remarque-Zentrum) und gar in La-Roche-sur-Yon (Frankreich) sowie weiteren Städten ausgestellt.

„Der Traum, der nicht beendet ist“ lautet nun der Titel der Schau von Saoud Ahmad in der Friedenskirche an der Hochstraße, die am Sonntag mit dem Abendgottesdienst um 18 Uhr eröffnet wird. Ein Gottesdienstteam hat sich mit dem Thema der Ausstellung beschäftigt und dazu eigene Gedanken zu Frieden und Gerechtigkeit entwickelt. Bilder von Frieden und Freiheit, von Gewalt und Krieg werden im direkten Kontrast zueinander auf die Wände des Gotteshauses projiziert zu sehen sein. Die Predigt hält Pfarrer Holger Dirks.

Im Anschluss bittet die Gemeinde zu einem Empfang. Besucher sind dann eingeladen, sich die Bilder und Skulpturen genauer anzusehen, mit dem Künstler und auch untereinander ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss sind die Werke Ahmads dann noch für gut zwei Monate in der Friedenskirche ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist jeweils frei.

Christopher Becker

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2016-01-20 18:10
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