„Kulturkino“ in der Kirche
08.08.2010 | 16:04 Uhr 2010-08-08T16:04:00+0200
Wattenscheid.Die Situation der Kirche am Alten Markt, 1763 fertig gestellt, ist von acht Studenten des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität kritisch untersucht worden. Nicht nur die evangelische Kirche selbst, sondern auch ihr Umfeld, vor allem aber deren „Quartiersgerechte Umnutzung“.
Zwei Semester lang hat sich Jung mit Alt beschäftigt. Svenja Grzesiok (22) und Judith Müller (24) verdeutlichen die Vorgehensweise. „Wir haben ihr uns im großen Kreis genähert. Zunächst die Standortanalyse: Man sieht sie kaum, abseits des Marktplatzes und des großen Centers.“ Trotzdem ist den Wattenscheidern das kleine Gotteshaus ein Begriff: „80 Prozent der von uns Befragten kennen die Kirche und wollen sie unbedingt erhalten wissen.“
Weder Disco
noch Kletterpark
120 Personen haben die Studenten interviewt, auch zu anderen Themen des „Quartiers“. Da fielen etliche Antworten deutlich negativer aus, wie bei Fragen zu Einkaufsmöglichkeiten und dem Erscheinungsbild insgesamt: „Oft wurde Wattenscheid als hässlich bezeichnet“, haben sie gehört – und Kritik zu Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitgestaltungen. Vor allem für Jugendliche fehle ein Treff. Bestandserhebungen, Analysen, Kartierungen und Gespräche mit Vertretern aus Politik, Kirchengemeinde und Werbegemeinschaft runden die Erhebung ab.
Bleibt das Thema Umnutzung, das immer und eng mit dem Denkmalschutz verbunden ist. Die Studenten empfehlen zum einen, dass sie der ehemaligen sakralen Bedeutung gerecht werden muss, sonst gäbe es von Seiten der Kirchengemeinde und der Anwohner keine Akzeptanz, „also keine Disco und kein Kletterpark“, verdeutlichen Svenja Grzesiok und Judith Möller. Anfragen für gastronomische Zwecke seien, so haben sie erfahren, aus denkmalpflegerischen Gründen als inakzeptabel erklärt worden.
Aber es findet sich noch Spielraum: für Ausstellungen lokaler Künstler und/oder der Volkshochschule bzw. des Heimatvereins, als Jugendzentrum oder die Schaffung eines „Kulturkinos“. Dafür müssten, stellen die Studenten fest, keine große Umbaumaßnahmen vorgenommen werden, „eine Leinwand vor dem Kanzelaltar, ein Beamer und ein paar kleine Tischgruppen für das anschließende Beisammensein reichen völlig aus“.
Eine Umwandlung der Nutzung wird nur in kleinen, behutsamen Schritten möglich sein. „Aber es gibt, so haben wir es festgestellt, ein großes Potenzial von Ehrenamtlichen, die bei einer Öffnung des Gebäudes zum Schutz gegen Vandalismus helfen könnten“, schlägt Judith Müller vor. Svenja Grzesiok ergänzt: „Warum nicht die Kirche durch mehr Licht betonen?“ Und: Kommt die seit langem angekündigte Verspiegelung der Center-Fassade, kann das Gebäude mehr aus dem „Schattendasein“ treten. Das gesamte Thema, stellt Judith Müller fest, „ist heikel, weil kein Geld da ist.“ Das Interesse am Objekt bleibt auch nach Abschluss der Projektarbeit: „Die Kirche liegt uns sehr am Herzen.“
Das Geographische Institut regt im Nachgang der Untersuchung an, einen „Runden Tisch“ mit allen beteiligten Akteuren einzurichten.
19:56
Die Idee kann ich nur unterstützen! Es sind schon nahmenhafte Künstler aus Wattenscheid in Nachbarstädte abgewandert ... z. B. Rita Theis! Also auch unsere Künstlergruppe http://www.kunst4tel.de, die in Wattenscheid kaum Chancen hat hier Fuß zu fassen, sind in Mülheim an der Ruhr! Ein Stätte, die so einmalig ist für Wattenscheid, sollte der Kunst und Kultur zur Verfügung stehen! Treffen veranstalten, sich austauschen und das auf neutralem Boden! Es gibt sie noch die KünstlerInnen in Wattenscheid die Interesse haben sich hier zu etablieren, nur was dürfen die Künstler ihr Eigen nennen und stolz sagen, wir machen was in Wattenscheid? Was sagt die Evangelische Kirchengemeinde dazu? In Westenfeld wird doch schon etwas gemacht, warum soll es nicht weitere Früchte tragen?
11:54
Ich denke für Musiker könnte die Kirche sehr interessant sein. Wenn Jugendliche mitwirken könnten wäre es doch ein großer Anreiz. Die Räumlichkeiten sind doch ideal, es müsste kein Umbau stattfinden. Und viele Jugendliche beschäftigen sich mit Musik, warum ihnen nicht einen Ort zum präsentieren schaffen? Die Kirche ist wirklich schön und sollte nicht ihren Charme verlieren.
11:12
Jugendzentrum ist eine total gute Idee, da ja das Albert Schweizer Haus letztes Jahr geschlossen hat.
23:30
Die Idee ist sympatisch.
Frage: Bei Bewirtung müssen auch Toilettenanlagen vorgehalten werden. Gibt das die Bausubstanz her?
23:30
Die Idee ist sympatisch.
Frage: Bei Bewirtung müssen auch Toilettenanlagen vorgehalten werden. Gibt das die Bausubstanz her?