Koordinieren im Katastrophenfall

Beim DRK steht der Betreuungsdienst künftig mit an erster Stelle. Tom Jahnke erklärt, warum.
Beim DRK steht der Betreuungsdienst künftig mit an erster Stelle. Tom Jahnke erklärt, warum.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services

Wattenscheid..  Der Betreuungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird immer wichtiger: Ob bei Bombenentschärfungen oder zur akuten Flüchtlingshilfe, die Aufgaben sind vielschichtig. Um eine möglichst gute Versorgung im Bedarfsfall zu gewährleisten, hat sich Tom Jahnke vom hiesigen DRK fortgebildet. Und gibt sein Wissen nun weiter.

Zwar müssten aktive Rotkreuzler im Rahmen der Grundausbildung auch mit dem Betreuungsdienst vertraut gemacht werden, doch ist der Unterschied zur Fachausbildung erheblich: Über fünf Tage wird der 21-Jährige künftig Unterrichtseinheiten anbieten, im Gegensatz dazu stehen die eintägigen Grundkurse. „Man muss auf einzelne Personen eingehen können, ohne die gesamte Gruppe aus dem Auge zu verlieren. Die Balance ist entscheidend“, schildert Jahnke eine Herausforderung des Betreuungsdienstes.

Die Gruppe kommt immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, bei Störungen oder Ausfall gesellschaftlicher, sozialer oder medizinischer Strukturen, Menschen in Notlagen, die keiner akuten medizinischen Behandlung bedürfen, Hilfe anzubieten.

Vor allem Organisationstalent sei dabei gefragt. Zum Beispiel bei Einsätzen in Hochwassergebieten müssten nicht wenige unerfahrene freiwillige Helfer koordiniert werden. Neben einer sozialen Betreuung sind Betroffene auch zu verpflegen. „Zu Hause kochen, gar für mehrere Gäste, kann wohl jeder. Aber für 500 sieht die Sache anders aus.“ Außerdem relevant: Wie könnte im Bedarfsfall eine Unterkunft angelegt sein? Es müssten Sanitäts-, Ruhe- und Bereiche separat für Schwangere eingerichtet werden. „Turnhallen stehen nur für 24 Stunden zur Verfügung. Was passiert danach?“ Auch auf solche Fragen hat der Betreuungsdienst Antworten zu finden.

Die Einsatzeinheit NRW ist die „Standardformation“ für den Einsatz bei Großschadenslagen. Sie besteht aus je einer Gruppe der Fachdienste Sanität und Betreuung, einem „technischen Trupp“ zur logistischen Unterstützung sowie einem Führungstrupp. 15 Kräfte gehören dann zum Betreuungsdienst, wobei das Rote Kreuz vor Ort eine doppelte Besetzungsmöglichkeit vorzuweisen hat. Personeller Bedarf ist also gegeben. „Der Betreuungsdienst zeigt, dass das Rote Kreuz nicht nur aus Blutspenden und Altkleidersammlungen besteht“, betont DRK-Präsident Thorsten Junker und lädt zur Teilnahme an den künftigen Lehrgängen ein. Weitere Informationen sind dazu abrufbar beim DRK-Kreisverband unter 8 70 17.