Kontaminiertes Gelände abgesperrt

Ein Warnschild verbietet mit Hinweis auf giftige Altlasten den Zugang zum Deponiegelände an der Blücherstraße. Auch Wachposten stehen täglich vor Ort.Foto:Olaf Ziegler
Ein Warnschild verbietet mit Hinweis auf giftige Altlasten den Zugang zum Deponiegelände an der Blücherstraße. Auch Wachposten stehen täglich vor Ort.Foto:Olaf Ziegler
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Altlasten auf ehemaligem Deponiegelände an der Blücherstraße. Stadt setzt Wachposten ein. Der Boden muss abgedichtet und somit gesichert werden

„Ein größeres, abgesperrtes Gelände an der Blücherstraße“ meldete ein WAZ-Leser nach seinem Spaziergang. Das Gebiet sei mit dem Warnhinweis der Stadt Bochum „Altlasten – Gefahr durch Schadstoffe” versehen. Auch Fußwege seien gesperrt. Eine ebenfalls aufmerksame Leserin informierte, „dass sich Altlasten zwischen der Hannoverstraße in Hordel und Blücherstraße in Wattenscheid befinden sollen.“ Und: „Der Bereich ist großräumig abgesperrt. Zudem stehen dort Wachposten.“

Die etwa 12 000 Quadratmeter große Fläche ist gesperrt. Der Wachdienst sei täglich vor Ort, So teilt Stadtsprecherin Tanja Wißing auf WAZ-Nachfrage mit. Denn: Hundehalter, Spaziergänger oder Mountainbiker hätten vermutlich die Absperrung geknackt. Deshalb würden die Absperrzäune bewacht.

Förderung durch Bezirksregierung

Es geht um die ehemalige Schuttkippe am Goldhammer Bach nahe der Blücherstraße. Sowohl im Umweltausschuss als auch in der Bezirksvertretung Wattenscheid hatte die Stadt darüber berichtet. Die Schadstoffbelastung ist bei Baumaßnahmen der Emschergenossenschaft im Rahmen der ökologischen Verbesserung festgestellt worden. Bei Erdarbeiten wurden Teeraustritte, grün-bräunliches Sickerwasser und blau-grüne Verfärbungen des Untergrundes im Bereich einer Böschung festgestellt. Analysen bestätigten eine erhebliche Belastung u.a. mit polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Cyaniden.

Dieser Befund löste erste Sofortsicherungsmaßnahmen und eine Gefährdungsabschätzung aus. Diese ergab, dass die Kontaminationen auf zechen-/kokereitypische Abfallstoffe (u.a. Gasreinigermassen) zurückgeführt werden kann, auf Stoffe, die auf einer Fläche nördlich des Goldhammer Baches gefunden worden sind.

Die Fläche war früher Teil des ehemaligen Betriebsgeländes des Steinkohlenbergwerkes Hannover-Hannibal bzw. der Ruhrkohle AG Essen. Im Altlastenkataster der Stadt Bochum sei dieses Gebiet bislang nicht verzeichnet gewesen. Die Gefährdungsabschätzung, die gemeinsam mit der EG durchgeführt wurde, belege, so die Verwaltung, dass nicht nur im Bereich der Böschung zum Goldhammer Bach, sondern über die gesamte Kippfläche verteilt, kokereitypische Kontaminationen vorlägen. Schlussfolgerung: Gefahr für Mensch und Umwelt über Direktkontakt, Staubverwehung, Boden-Luft, Boden-Grundwasser, Sickerwasserpfad. Um diese Gefahr zu bannen, genügten laut Stadt die ersten Sofortsicherungsmaßnahmen wie z.B. die Absperrung des Geländes nicht. Die gesamte Geländeoberfläche der ehemaligen Kippe müsse durch eine unbelastete Bodenschicht in der Mindestschichtstärke von etwa 30 cm abgedeckt werden. Das belastete Aushubmaterial werde umgelagert, die Böschungsoberfläche neu profiliert und ein Oberflächenabdichtungssystem aufgebracht.

Die Emschergenossenschaft gehe, laut Verwaltung, aufgrund der Dringlichkeit auch für den städtischen Kostenanteil im Rahmen der Sofortsicherung durch bestehende Aufträge in Vorleistung. Eine spätere anteilmäßige Kostenaufteilung wurde vereinbart. Nach derzeitiger Schätzung liegen die Kosten, die auf den Anteil der Stadt Bochum entfallen, bei rund 200 000 Euro. Die Bezirksregierung habe der Stadt Mittel aus dem Förderprogramm „Gefahrenermittlung und Sanierung von Altlasten“ in Höhe von 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Das Gelände werde noch nicht freigegeben, so Sprecherin Wißing. Erst müsse die mineralische Abdichtung und anschließend der Schotterbelag aufgetragen sein.