Kolpingsfamilie bietet Unterstützung

Eine Trommel als Symbol für die Musiktherapie: v.l. Hans-Josef Winkler, Regina Rempe-Rumpza (Kolpingsfamilie), Christian Cleusters (Medizinische Flüchtlingshilfe), Franz-Josef Ridder (Kolpingspielschar).
Eine Trommel als Symbol für die Musiktherapie: v.l. Hans-Josef Winkler, Regina Rempe-Rumpza (Kolpingsfamilie), Christian Cleusters (Medizinische Flüchtlingshilfe), Franz-Josef Ridder (Kolpingspielschar).
Foto: Rumpza

Wattenscheid..  Die Kolpingsfamilie Höntrop hat den Erlös der 26. karnevalistischen Benefizgala in Höhe von 3000 Euro an das Projekt „Musiktherapie mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“ übergeben. Die Übergabe fand in der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V. am Dr.-Ruer-Platz statt.

„Die Kinder kommen aus Afghanistan, Pakistan, Syrien und Somalia – und sie sind allein: Kinder und Jugendliche, geflohen aus ihrer Heimat, aufgegriffen bei ihrer illegalen Einreise nach Deutschland. Mit der Übergabe möchten wir auch für das Thema sensibilisieren“, so Hans-Josef Winkler von der Kolpingsfamilie Höntrop. Ihr Status: „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ (UMF). Damit werden Menschen bezeichnet, die noch nicht volljährig sind und ohne sorgeberechtigte Begleitung aus ihrem Heimatland in ein anderes Land flüchten oder dort zurück gelassen werden. Die Minderjährigen werden beispielsweise alleine von ihren Familien nach Europa geschickt, sie haben ihre Angehörigen zuvor im Krieg verloren oder verlieren sie während der Flucht. Häufige Gründe für Flucht seien Kriege, bewaffnete Konflikte, wirtschaftliche Not, Einsatz von Kindersoldaten, Gewalt in der Familie, Zwangsheirat und Zwangsbeschneidung.

3000 Euro kamen zusammen

Winkler: „Gelangen sie nach Deutschland, müssen sie mit einer extrem schwierigen Situation fertig werden: Sie trauern womöglich um ihre getöteten Familienangehörigen, sind in einer für sie völlig fremden Kultur, beherrschen die Sprache nicht und kennen sich nicht aus. Besonders unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die durch den Verlust ihrer Heimat und ihrer Familienangehörigen sowie andere traumatische Erfahrungen besonders starken Belastungen ausgesetzt waren, brauchen intensive Unterstützung.“ In der Therapie- und Beratungsarbeit mit UMF hätten sich nonverbale Verfahren in der Vergangenheit als sehr effektiv erwiesen – dazu zählt auch die Musiktherapie.

Im Jahr 2015 möchte die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum das nonverbale Therapieangebot ausbauen und ein musiktherapeutisches Gruppenangebot für unbegleitete Minderjährige machen. In diesem Rahmen bedarf es der Anschaffung einiger Instrumente, der Ausstattung eines Raums, wie auch Honoraraufwendungen für eine externe Musiktherapeutin. Die Maßnahme befindet sich in der Vorbereitung und wird voraussichtlich im Juli starten können. Die medizinische Flüchtlingshilfe freut sich, dieses Angebot durch die Spenden bei der Benefiz-Gala 2015 der Kolpingsfamilie Höntrop realisieren zu können.

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