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Köpfe rauchten im Zigarrenqualm

05.08.2009 | 17:03 Uhr
Köpfe rauchten im Zigarrenqualm

Es qualmte, als vor 140 Jahren die erste Feuerwehr in den Grenzen der Alten Freiheit gegründet wurde.

Denn die Köpfe der Protagonisten und die dicken Zigarren, die sie damals pafften, rauchten. Echter Rauch soll am Samstag, 29. August, an der Feuerwache Grünstraße aufsteigen, wo der Löschzug Wattenscheid-Mitte mit einem Tag der offenen Tür an jenes Ereignis und seine Urväter erinnern will.

Bernhard van Bürk, der Initiator der bürgerschaftlichen Selbsthilfe zur Brandbekämpfung, hatte am 26. August 1869 einige Honoratioren der Stadt zu einem Tabakabend ins Haus Blumbach gebeten, um sie um Unterstützung für sein Vorhaben zu bitten. Zu den Männern, die an jenem Tag die freiwillige Feuerwehr aus der Taufe hoben, gehörte auch Karl Busch, Verleger und Schriftleiter des Wattenscheider Anzeigers. Er hatte das Anliegen bereits publik gemacht, so dass sich spontan 70 Bürger bereit erklärten, ihre Zeit, Kraft und Gesundheit in den „Dienst zur Erhaltung menschlichen Lebens und Gutes” zu stellen.

Freude soll mit vielen anderen geteilt werden

Der Löschzug Wattenscheid-Mitte, der sich in der historischen Betrachtung als Nachfolger und Hüter jenes ehrenamtlich motivierten Funkens versteht, will den runden Geburtstag mit anderen Löschzügen, der auf dem gleichen Gelände beheimateten Berufsfeuerwehr und den Bürgern gemeinsam feiern. Zugführer Thomas Ludwig: „Wir wollen unsere Freude mit vielen anderen teilen.”

Damals gab es noch keine Berufsfeuerwehr

Im Vergleich zum Gründerjahr nimmt sich die Mitgliederzahl des Löschzuges Wattenscheid-Mitte heute eher bescheiden aus: 28 Männer sind in der Gemeinschaft aktiv; zehn gehören der Ehrenabteilung an. Doch Thomas Ludwig gibt zu bedenken: „Damals gab es noch keine Berufsfeuerwehr, die Zeiten haben sich halt geändert.”

Dennoch spielen die „Freiwilligen” auch bei der professionellen Brand- und Katastrophenabwehr eine wichtige Rolle. Wolfgang Kirchhoff, Vorsteher der Feuerwache I an der Grünstraße, hebt hervor: „Das ehrenamtliche Engagement der Löscheinheiten ist unverzichtbar. Auf sie ist Verlass, die Zusammenarbeit klappt hervorragend.” Thomas Ludwig, der als Ingenieur beim Haftpflichtverband der Deutschen Industrie im Ressort „Brandschutz” tätig ist, kann das nur bestätigen: „Über die ehemaligen Stadtgrenzen hinweg ist zusammengewachsen, was zusammengehört.”

24 Einsätze im vergangenen Jahr

Der LZ 13, wie die Freiwilligen aus Wattenscheid-Mitte kurzerhand genannt werden, rückte im vergangenen Jahr zu 24 Einsätzen aus. Zum eigenen Fuhrpark gehören drei moderne Fahrzeuge. Eher unmodern klingt das, was Menschen wie Thomas Ludwig motiviert, sich bei der Feuerwehr zu engagieren: „Der Wunsch, anderen zu helfen, ist unsere Triebfeder. Hinzu kommt die Herausforderung, sich immer wieder auf neue Gefahrensituationen einstellen zu müssen”, sagt der 37-Jährige. „Und dann ist da noch die Kameradschaft. Sie trägt über manches hinweg.”

Ferdi Dick

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