Königstreue krönen Kucks Kunst

V.l.n.r.: Barbara Purgol, Roland Kuck und Monika Wrobel-Schwarz (alle IBKK) im Kunst- und Galeriehaus Wattenscheid vor Bildern der Wanderausstellung.
V.l.n.r.: Barbara Purgol, Roland Kuck und Monika Wrobel-Schwarz (alle IBKK) im Kunst- und Galeriehaus Wattenscheid vor Bildern der Wanderausstellung.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
48-jähriger Airbrush-Virtuose und Dozent am Wattenscheider IBKK, bereist mit Wanderausstellung „Fürstenstraße der Wettiner“ 2015/2016 Europa. Gute Kontakte zu Adelsgeschlecht.

Wattenscheid..  Adel verpflichtet - Adel öffnet Türen. Es war ein Porträt von König Albert von Sachsen (1828-1902), das dem gebürtigen Wattenscheider Künstler Roland Kuck (48) 2012 den Weg in erlauchtere Kreise ebnete: „Zur Bildübergabe kamen 120 königstreue Gäste. Es ist der größte Erfolg, den ich mit einer einzelnen Arbeit je erzielt habe.“

Eine Aussage, die umso gewichtiger ist, wenn man einen Blick auf das Schaffen des Airbrush-Virtuosen wirft: Phil Collins, der Dalai Lama und Altbundeskanzler Helmut Schmidt sind nur drei berühmte Beispiele – sie alle wurden von Kuck porträtiert und signierten die Werke bei einer persönlichen Übergabe. Derzeit befindet sich der Dozent des Instituts für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (IBKK) vermehrt auf den Spuren Augusts des Starken und setzt die „Fürstenstraße der Wettiner“ zu deren 20-jährigem Bestehen künstlerisch um.

Unter Schirmherrschaft der damaligen Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht wurde Kucks Ausstellung am 11. Oktober 2014 in Bad Sulza eröffnet. 19 kunstvoll gestaltete Arbeiten bildeten den Auftakt: „Die Serie ist in den letzten drei Jahre entstanden, beinhaltet insgesamt 30 Werke verschiedener Techniken wie Airbrush, Acryl und Aquarell“, fasst Kuck zusammen. Größtenteils handelt es sich um Porträts historischer und zeitgemäßer Persönlichkeiten des Hauses Wettin, das zu den ältesten Geschlechtern des europäischen Hochadels zählt. „Ergänzt habe ich diese außerdem um Darstellungen bekannter Wohnsitze und Fürstenhäuser.“

Die Premiere als „gelungen“ zu bezeichnen, wäre eine glatte Untertreibung. Wie einst die Ritterscharen selbst, gehen Kucks Werke auf Wanderschaft. Ausstellungen in Dresden und Riesa (Sachsen) sowie Wien und Schwaz (Österreich) stehen für 2015 und 2016 fest. Nach Polen wurden erste Kontakte geknüpft. An jedem Standort wird eine individuelle Auswahl präsentiert. Kucks internationales Renommee steigt somit weiter, seinem Schaffen hat er eine neue Facette hinzugefügt, wie Kunsthistoriker Dr. Tobias Schmitz, Institutsleitung IBKK, es formuliert: „Mit diesen Arbeiten wird er auch zu einem Historienmaler.“

Ritterschlag im Kloster erhalten

Die Hochachtung des mitteldeutschen Adels für seine Verdienste um Kunst und Geschichte ist Kuck längst sicher. Im sächsischen Kloster Altzella wurde er zum Ritter geschlagen, IBKK Direktorin Monika Wrobel-Schwarz vom Ritterorden Heinrich III. mit der goldenen Sachsennadel und dem Damenorden zweiter Klasse für ihr Wirken geehrt. „Das mag für einen Ruhrgebietler etwas befremdlich wirken, aber Traditionspflege wird dort noch groß geschrieben. Ein Grund ist sicherlich, dass durch die DDR-Zeit 40 Jahre Geschichte fehlen“, mutmaßt Kuck. Daher herrsche auch eine andere Verbindung zur und Würdigung der Kunst vor, die auch für ihn etwas Neues war.